Donnerstag, 14. Dezember 2017

(Gastbeitrag) "Auch Schwarz ist eine Farbe"

...Ein kleiner Ausflug in die Welt der Schwarzen Kunst...

Heute geben wir mal wieder das Wort ab, an jemand der sich mit Farben bedeutend mehr auskennt als Julia und ich und freuen uns über einen ganz anderen Blickpunkt/ Herangehensweise zur Farbe SCHWARZ!
Einen ganz herzlichen Dank für Mühe und Arbeit auch in streßigen Vorweihnachtszeiten einen Post zur Verfügung zu stellen.






Ein Wort vorweg und dem Verständnis wegen.  Dies ist ein Gastbeitrag von einem der auszog die Farbe zu lernen. Profession IT-, Farbreproduktions- und Drucktechnik, Passion Fotografie und Kunst. Manischer Sammler schwarzer Vinylscheiben. Alfisti und der dunklen Seite des Farbraums zugetan. 

Zugegeben - keine Bunte! Aber eine Unbunte! 

In einem Farbsystem beschreibt Schwarz den minimalsten Wert der Helligkeit (Lightness) und steht auf einer Achse – der Grauachse - diametral zu Weiß – dem maximalen Wert. Beide Werte bedingen einander. 


Nimmt man dazu die Sättigung (Saturation) und den Farbton (Hue) wird Farbe „beschreibbar“ – wird rechenbar – wird plötzlich: Mathematik – wird Farbmetrik.
Sie bildet die Grundlage unserer heutigen medienneutralen Farbverarbeitung.
Denn im Idealfall sieht ein Stoff im gedruckten Prospekt, auf der Plakatwand, auf dem Laptop, dem Mobile, auf dem „was auch immer“ so aus wie das Original.
Was sich sehr einfach anhört aber einen höchst komplexen Vorgang beschreibt. 

Angefangen bei der Kamera des Fotografen über das Bildbearbeitungssystem, das Datenformat der „Rohdatei“, dem Layout- oder Videoprogramm für die Ausgabesysteme, der Render- oder RIP Engine bis hin zum Druckpapier, der Druckfarbe oder dem Monitor – jedes System hat ein eigenes Farbprofil, arbeitet in unterschiedlichen Farbräumen, hat eine andere Auflösung, ist additiv oder subtraktiv – ist: anders . Das bedingt Farbraumtransformationen (Umrechungen) von einem zum anderen System. Von Pixeln, Rastern, eingeschränkten Farbräumen; Umfeldbedingungen und und und ganz zu schweigen. 

Da wird Farbe - auch mathematisch - plötzlich sehr spannend! 

Früher sprach man von Schwarzer Kunst der Druckerschwärze wegen – heute mutet es an wie Schwarze Kunst! 

Ein ideales Beispiel eines nahezu perfekten Farbmanagements kann man bei „Petit Bateau“ sehen – einem Modeladen für die Kleinen – viele kennen ihn sicher. Jedes Mal wenn ich die Kölner Innenstadt besuche ist ein Blick ins Schaufenster des Vergleichs der ausgehängten Plakate zum Original wegen mindestens so spannend wie der Besuch des Vinyl-Ladens drei Ecken weiter. Da stellt sich mir oft die Frage nach der Henne und dem Ei! War zuerst das ausgehängte Plakat da – oder der Originalstoff? Sie ähneln sich nahezu wie ein Ei dem anderen! 

Der Sinneseindruck ist das eine – die resultierende Wahrnehmung / Empfindung das andere. 

Farbempfindung ist weit mehr als nur die rechnerische Beschreibung von Farbe. Wie wäre es sonst möglich eine Farbe unter stark bläulichem Kunstlicht ebenso wie unter rötlichem Glühlampenlicht als ein und dieselbe Farbe zu identifizieren? 

Farbempfindung – das ist ein Vorgang unserer grauen Zellen – und selbst das Wetter und unsere Stimmung spielen dabei eine Rolle. Und keine kleine! 

Doch zurück zu Schwarz! 

Schwarz: das ist ein „Nichtreiz“, ist das Fehlen von Licht im Auge des Betrachters. Und steigert dadurch deutlich den Farbeindruck von gleichzeitig wahrgenommenen Farben.
Das macht sich die Drucktechnik – oder besser die Reproduktions- und Bildtechnik - zunutze um höheren Kontrast, klarere Farben und gesteigerte Bildschärfe („Zeichnung“) zu erzielen. 

Der Kontrast beschreibt die Spanne zwischen hellster und dunkelster Stelle eines Bildes – und senke ich die dunklen Partie ab – mache sie „schwärzer“ – und helle die „Lichter“ – die hellsten Stellen - 
weiter auf, wirkt ein Bild brillanter - denn neben einem dunklen Schatten wirkt ein Farbton kräftiger, farbiger – bunter. Und ein weißer Fleck ganz ohne Zeichnung wird zum Highlight – zum kleinen leuchtenden Brillant im Bild. 

Unvergessen die Black Trinitron Röhrenmonitore des Herstellers Sony – ein sattes Schwarz und der hohe Farbkontrast waren einmal das Maß der Dinge – da träumt so mancher Flachbildschirm noch heute von!
Doch auch die Schärfe wird durch den Einfluss von Schwarz erhöht. Kontraststeigerung macht flaue Bilder „knackig“, Unschärfe kann ich so kaum mindern. 

Bildquelle: Pinterest

Aber auch hier kann ich mit Schwarz spielen. Jeder Übergang eines Farbtons zu einem Anderen stellt eine Kante dar – also eine starke Signaländerung. Die kann man modulieren. 
Das machten sich schon die Photographen Anfang des 20. Jahrhunderts zu Nutze – analog wohlgemerkt! Bewegten sie während der Film- oder Bildentwicklung das Entwicklerbad nicht, bildeten sich helle Säume um dunkle und dunkle um helle Bildpartien und „schärften“ so das Bild: der sogenannte Kanten.
Mit Einzug elektronischer Bildreproduktionssysteme und optoelektrischer Verfahren wurde es möglich diese Kantenbildung bis hin zu schwarzen (und weißen) Konturen zu steigern – und damit neben der Schärfe auch den Detailkontrast in der Farbe zu beeinflussen – die „Unscharf Maskierung“. 

Für mich als „Jünger der schwarzen Kunst“ – als der ich mich hier oute – war Schwarz der Anfang einer langen Reise durch die Farbe – und blieb dennoch immer der wesentliche Dreh- und Angelpunkt.
Drehpunkt auch für die Musik – immer auf black vinyl: dem „Schwarzem Gold“! 

Simon and Garfunkle sangen in “Kodachrome” 

“K they give us those nice bright colors, they give us the greens of summers, makes you think all the world's a sunny dayK und weiter K Everything looks worse in black and white K“ 

Sie hätten es besser wissen müssen K! 

Selbst ein klassischer Sonnenuntergang – in black and white: atemberaubend! 

Bild gefunden auf Pinterest!

Diese großartigen amerikanischen Landschaftsphotographien Ansel Adams wie viele Bilder seiner Zeitgenossen wurden auf Baryth-Papier abgezogen – einem Material das einen sehr schönen Chamoiston aufweist.  Chamois – das ist in Französisch / Englischen die Gämse – und meint den Ton des gegerbten Leders – eines „Sämischleder – ein sehr heller, warmer sandfarbener Ton.. Schwarz auf diesem Chamoiston empfinden wir als warmes Schwarz.

Und um das zu erreichen drucken wir solche Bilder heute vierfarbig Schwarz-Weiß !?
Nein – kein Fehler – Schwarz aus vier Farben – das ist die immer noch höchste Kunst! Solange wir über die klassischen Druckverfahren sprechen.
Im Inkjetdruck geht mehr: acht Farben, zwölf Farben!
Schwarz ist dabei die Summe der Bunt- und Unbuntfarben plus ein in der Regel nur skeletthaft moduliertes Schwarz für die Bildzeichnung.
Der technische Aufwand war und ist enorm – aber die Wucht, die Poesie, die Feinheit solcher Bilder – sind diesen Aufwand mehr als wert! 

Schwarz konzentriert - fokussiert! 

Und führt beim Bild zu einem „grafischen“ Eindruck. Zeigt Struktur, spielt mit den wenigen Halbtönen zwischen hell und dunkel, arbeitet am Detail!
Und erzeugt einen magischen Moment!

Herman Leonard, gefunden hier.

Laßt Euch faszinieren von den Bilder von Ansel Adams, Robert Mapelthorp, Herman Leonard, Horst Hamann, Arnold Newman – und auch von Erich Salomon – ermordet in Ausschwitz 1944! 

Schwarz: das ist nicht nur eine Farbe! 


Vieles setzen wir in Verbindung mit Schwarz: Tod, Trauer und Angst – aber auch Feierlichkeit, Festlichkeit und Stil. Und ganz viel mehr.
Schwarz – das trägt ganz Wakken - und die Berliner Philharmoniker, der Chor des antiken griechischen Theaters - und Steve Jobs, die Existentialisten – und Orthodoxe.
Schwarz, das ist Stilelement und Statement, das ist Gemeinschaft und Abgrenzung. 

Bildquelle und Ursprung bei Pinterest.

Und ohne Schwarz wäre ein Farbenspiel um alle Helligkeiten beraubt! Dann wäre Farbe nur zweidimensional!
Euch also wünsche ich noch ganz viele Schwarz in eurem Farbenspiel! 

Sonntag, 10. Dezember 2017

(Farbenspiel) ZWÖLF Monate- ein Resümee und letzte Verlosung

Zwölf (12!) Monate geht das Farbenspiel sind beinahe vorbei. Huch?!- Wo ist bloß das Jahr geblieben. Es war so abwechslungsreich, rasant und brachte so viele Neuigkeiten, Veränderungen. Da bekamen Julia und ich manches mal Schnappatmung. So viele großartige Pläne wir vorher gemacht hatten, so sehr hat uns unser Alltag, das Leben manches Mal in Atem gehalten.
Trotzdem sind wir froh und dankbar mit euch, wegen euch das Farbenspiel so abwechslungsreich gestalten haben zu können. Manch eine hätte sich vielleicht hier und da eine andere Farbe gewünscht, ein andere Herangehensweise, ein andere Halbwissen, welches wir mit euch teilen, aer so war es unsere erste geplante Bloggerkation die uns 12 Monate neues erfahren ließ und stets unsere Flexibilität auf die Probe stellte.
Bevor es aber plötzlich Knall auf Fall alles vorbei ist, haben Julia und ich beschlossen das Resümee nicht erst am Monatsende zu ziehen, sondern schon ein bisschen früher- eben jetzt und das alles mit einem kleinen/ großen Überraschungspaket abzurunden. Dafür bitte unbedingt bis zum Ende lesen!



Einige von euch begleiten uns tapfer Monat für Monat. Lassen sich anstecken, sind Feuer und Flamme, überwinden - ähnlich wie wir Hürden und entdecken farbliches Neuland. Aktuell (zum Zeitpunkt als ich hier diese Zeilen tippe) sind auf der Linkparty 157 Beiträge verlinkt. Vielleicht kommen bei Schwarz- Weiß noch ein paar dazu?

Mein liebstes Monatsthema....


...dachte ich zu Beginn noch, würde sicher das Novemberthema werden. Glitzer, Metalliceffekte, Pailetten sind eines meiner absoluten Lieblinge und schaut man sich mal mode-/dekotechnisch um, so schwappt nicht erst mit der beginnenden Weihnachtszeit das ein oder andere Must-have in unsere Welt. Tassen mit roségoldenen Pünktchen, Schuhe mit Wendepailetten, Ledertaschen mit Metallicdruck, Stoffe mit mal mehr, mal weniger glitzernden Hinguckern.... Hach ja ich mag "Bling Bling"! Letztens habe ich durch Zufall gelesen, dass das Funkeln der Diamanten uns so sehr berauscht, da es den Urinstinkt nach Wasser weckt. Komisch, dass dann vorwiegend Frauen auf sowas wie geeicht scheinen.



Doch zurück zum Farbenspiel: Mit einem ganzen Jahr "Farbenspiel" im Rücken denke ich immer noch unglaublich gerne an den pastelligen März zurück. Die ersten zuckrig zarten Frühlingsfarben. Sie bezaubern mich immer wieder. Farben, aber eben nicht zu "dolle" und mit viel Weiß eine moderne, schlichte, erwachsene Farbenwelt. Ich werde im kommenden Jahr in jedem Fall weiter mit Pastelltönen experimentieren. Da gibt es sicher auch einen neuen Quilt, ein neues Kissen.



Also könnte ich mich dazu durchringen zu sagen; ich hatte in diesem Jahr zwei neue/andere Farbfavoriten neben meiner Lieblingsfarbe Grau. Aber Grau und Rosa passt ja auch wunderbar zueinander...


Die größte farbliche Herausforderung...


Als der August unter dem Motto "Knallig, peppig, neon" nahte, bekam ich Schweißausbrüche. Gerne wollten wir uns ja auch aus dem Fenster lehnen und für uns neue/unbekannte/wenig genutzte Farben in den Mittelpunkt stellen. Doch Neon hat mich erstmal völlig ratlos dar stehen lassen. Als ich das Neon für mich eher mit knallig, peppig BUNT übersetzte, platze der Knoten ein wenig und trotzdem bin ich für richtig Bunt wohl die Falsche. Ein buntes Taschenschnittmuster, was ich eigentlich genäht haben wollte, habe ich aber für euch...


hier hätte ich gerne mehr gemacht.....


Unifarben, oh was machen sie doch für eine Freude. So viele Möglichkeiten, Variationen, vieles ist mir erst während der Recherche bewusst geworden. Seither habe ich meinen Unistoffbestand peu a peu weiter ausgebaut. Manche Farben sind als Meterware eingezogen, andere erstmal als Fat Quarter. Auch Farben die ich bisher "verschmät" habe, wie etwa Grüntöne und Orange sind inzwischen zu finden und wenn man weiß wie sie nicht zu laut wirken, machen sie auch mir plötzlich Freude.



Und im kommenden Jahr wird auf jeden Fall der Bestand an Unis weiter aufgestockt, denn beim Unnistoff- Abo von Grete kann ich einfach nicht widerstehen.

Eine sagenhafte Vielfalt....


die ich vorab garnicht gedacht hatte vorzufinden, ganz nebenbei produziert zu haben, brachte mir der Monat Oktober "schick in schlicht!". Da war plötzlich eine Bluse, dann drei Quilts und alles in sich schlicht und hauptsächlich aus Low Volumes genäht. Besonders eure Worte zu meinem Löwen und dem Sternenkinderquilt haben mich sehr gerührt und bewegt. Wie offen und ehrlich viele von euch von ihrem eigenen Schicksal geschrieben haben, Hut ab, danke für euren Mut und Entgegenkommen.



Ebenfalls sehr abwechslungsreich und voller Ideen und Projekte steckte für mich die Farbe Gelb. Huch, Gelb? Wann sind wir solche Freude geworden? Irgendwann als Senf zu Grau eine traumhafte Kombi wiederspiegelte. Und irgendwie war es im sommergelben Juni auch sehr fruchtlastig bei mir.


So viele unterschiedliche Gastbeiträge....


Ein großes Dankeschön möchte ich an unsere Vielfalt an Gasbtblogger aussprechen. Jede(r) hat für sich und mit ihrem/seinem Blickwinkel die Farben anders in den Mittelpunkt gerückt. Hier findet ihr die neun Beiträge: März, April, Mai, Juni, Juli, August, Oktober, November, Dezember (folgt ganz bald)....
Und dann die Möglichkeit unter all den Verlinkungen, die ihr bei der Farbenspiel- Linkparty getätigt habt regelmäßig etwas verlosen zu können, war ebenfalls ein tolles Geschenk. Unseren Sponsoren sei Dank, die auch gerne eine kleine Jahresaktion mit Material untersützt haben.

Ein Ausblick auf die Farbe 2018...


Eine Jahreszusammenfassung kann ja schlecht über die Bühne gehen, ohne sich noch einmal für einen kleinen Moment der Pantone Color of the year zu widmen. Dieses Jahr stand laut Pantone unter der Farbe "Greenery".





Vor ein paar Tagen wurde bereits die Farbe für 2018 bekannt gegeben- "Ultra Violet". Mit Greenery musste ich ja erstmal schlucken. Grün? Okay es war ein liebliches frühlingsfrisches Grün und ich erinnere mich doch, dass ich einiges an Grün zusammentragen konnte. Doch auf Lila freue ich mich. Da mag ich auch im kommenden Jahr ein wenig experimentieren. Und ihr? Team Greenery oder lieber Team Ultra Violet?

Eine letzte Verlosung

 

So und nun kommt das Highlight des heutigen Posts- eine allerletzte Verlosung im Rahmen des Farbenspiels. Ihr habt die Möglichkeit sogar zweimal in den Lostop zu hüpfen. Einmal nämlich hier bei mir und dann noch drüben bei Julia.

Zu gewinnen gibt es all die schönen Dinge, die ihr oben in der Collage seht. Wir haben beide unsere ganz eigene Farbenspiel- Päckchen gepackt.

Um zu gewinnen, lasst ihr mir einen Kommentar unter diesem Post da und verratet, welche Monate/ Farben euch am besten gefallen/ zugesagt haben und wo auch ihr vielleicht an eure Farbgrenzen/Vorstellungskräfte gestoßen seid. Und schwups schon landet ihr im Lostopf. Einfach oder? Solltet ihr auch an Julias Lospäckchen interessiert sein, so folgt ihr drüben bei ihr auf dem Blog dem gleichen Prozedere und hab die Chance auch dort ein bunt gemischtes Farbenspielpäckchen nach ihren Vorlieben zu gewinnen.  
Zeit dafür habt ihr bis Dienstag 12.12.2017/ 12 Uhr mittags. Am Dienstag zieht Random.org dann die Glücksnummer und das Päckchen kann auf die Reise gehen.

Wir drücken euch von Herzen die Daumen und bedanken uns schon jetzt für ein schönes farbenreiches Jahr mit euch!

Edit: Das Gewinnspiel ist beendet! Gewonnen hat Kommentar Nummer 1! Herzlichen Glückwunsch, liebe Lisa, bitte lass mir per Mail deine Adresse zukommen. 

Dienstag, 5. Dezember 2017

(Farbenspiel) So weiß wie Schnee....

Na, ihr Märchenfreunde habt es sicher erkannt? Das ist der Beginn der wunderbaren Aufzählung zu Schneewittchens Merkmalen, welche sich ihre Mutter für ihre Tochter so sehr wünschte.
"So weiß wie Schnee".......



Ich liebe die (Nicht)farbe Weiß und den Schnee, nur zu schade, dass das mit dem Winterwunderland hier nicht so klappen mag, wie ich es gerne hätte. Ein paar erste Schneeflocken haben am Wochenende und pünktlich zum 1. Advent mein Herz höher schlagen lassen.
Obwohl ich durch und durch ein Herbstkind bin, bin ich sobald der erste Schnee fällt verliebt bis über beide Ohren. Diese Entschleunigung und Ruhe, die sich mit den ersten liegen bleibenden Flocken breit macht. Und das Glitzern, wenn der Schnee jedes bisschen Licht glänzend reflektiert. Hach....


Bildquelle Pinterest


Aber es gab einmal eine Zeit, in welcher der Schnee keine Farbe hatte......

Das Märchen vom Schnee - volksgut

gefunden hier und in diesem Buch

Vor vielen, vielen Jahren, also vor wirklich sehr, sehr vielen Jahren, da hatte der Schnee noch keine Farbe. Darüber war er sehr, sehr unglücklich und machte sich auf den Weg, eine Farbe zu suchen. Alsbald kam er auf eine Wiese und bat das Gras um seine grüne Farbe, aber das Gras lache den Schnee nur aus und schickte ihn weg. Da ging der Schnee zum Veilchen und bat das Veilchen um seine veilchenblaue Farbe, aber auch das Veilchen erhörte den Schnee nicht. So ging der arme Schnee von Blume zu Blume, aber alle schickten ihn weg. Keine wollte ihm von seiner Farbe geben.Darüber war der Schnee sehr, sehr traurig.
Als schon gar nicht mehr wusste, was er machen soll, da traf er auf das Schneeglöckchen. Das Schneeglöckchen hatte Mitleid mit ihm und fragte ihn, was er denn überhaupt mit der Farbe wolle. “Na ja”, sagte der Schnee. “Damit mich endlich alle sehen können”, antwortete der Schnee, “und mich vom Regen unterscheiden können”. Das Schneeglöckchen hatte ein Einsehen und gab dem Schnee von seiner weißen Farbe.
Seit dieser Zeit macht der Schnee im Winter alles weiß. Die Blumen aber, die ihn verspottet und ausgelacht haben, die lässt er erfrieren, nur das Schneeglöckchen nicht. Das verschont er bis heute."


Weiß- eine so klare Farbe

Wir verbinden sie oft mit Reinheit, Klarheit. Außerdem gibt sie uns das Gefühl von Vollkommenheit, der Unschuld und steht für Ehrlichkeit.
In einigen Redewendungen wird Weiss als Symbolik verwendet. Kleine Kostprobe gefällig?

- Eine/Keine weiße Weste haben!
- Die weiße Fahne hissen!
- Weiße Mäuse sehen!

Na, fallen euch noch weitere Redewendungen ein?

Oft wird Weiß mit Licht assoziiert. Ich mag die Ruhe und Helligkeit, die Weiß ausstrahlt. In unserer Wohnung sind beinahe alle Möbel weiß- die Wände sowieso. Ich mag es entsprechend zu Jahreszeit und Stimmung mit Accessoires in anderen Farben Hingucker zu dekorieren.
Neben der "perfekten Kombi" Schwarz zu Weiss- aktuell in der Farbe Gold. Weiß und Gold irgendwie märchenhaft schön und so verwunschen zugleich- ein wenig moderner Prinzessinnen-Style.



Darauf so gestoßen wurde ich aber erst durch eine Bekannte als sie uns vor einer Weile das erste Mal besuchte: "Hier sieht es ja aus wie in einem weißen Prinzessinnentraum!". Ich glaube mein Mann konnte diesen Satz nicht so recht nachvollziehen. Sind doch alle Möbel gradlinig schlicht und ohne Schnörkel, lediglich bei den Blumentöpfen durfte ich ein bisschen"Mädchen" sein.



Quelle: Pinterest
Aber mit Weiß geht noch mehr... bei meiner großen Stoffliebe, greife ich als Kombistoff, Kontrast, Hintergrund zu kräftigen Farben gerne auf Weiß zurück. Aber Achtung- Weiß ist nicht gleich Weiß. Alleine auf der Moda Farbkarte gibt es nahezu 8 (!) verschiedene Weißnuancen. Von white bleached/ Nr. 9900-98- meinem Weiß (Ich kaufe es als halbe Ballen, da hier oft bis zu sechs Meter verarbeitet werden) bis hin zu Snow/ Nr.11 welches in meinen Augen das hellste Beige ist. Aber jeder hat eine anderes Farbgefühl, Kombinationslust da braucht es diese Bandbreite. 
Außerdem verwende ich neben weißem Stoff auch eine Menge weißes Garn. Nummer 2012 und 2024 von Aurifil dürfen niemals ausgehen.
Weitere favorisierte Weißtöne kommen aus dem Hause Art Gallery fabrics. Hier hört mein Weiß auf den Namen Snow/ Nr. PE 433 und hat mit dem Snow aus der Bella Solids Farbkarte nichts gemein. Das dritte und weißeste Weiß, was ich eher sporadisch verwende, aber manchmal dieses sehr kalte Weiß gut als Kontrast zu sehr satten Farben wähle ist Kona Cotton white/ Nr. KC 025 von Robert Kaufman.
Ihr seht zu Weiß habe ich hier klare Verhaltensmuster. Möglicherweise nennt es der eine oder andere auch einen Tick.
Bereits vor Monaten gab es auf dem Moda Blog einen sehr interessanten Artikel zu unterschiedlichen Weißtönen von Bella Solid. 

Und wie ist eure Beziehung zu Weiß? Habt ihr bestimmte Weißtöne, die ihr bevorzugt? Vielleicht lieber ein mehr gebrochenes Weiß. Erzählt mir mehr über eine Berührungspunkte zu Weiß!

Ich freue mich mit euch und Julia in diesem Monat noch einmal in die Welt der Farben zu stürzen. Dafür packen Julia und ich hinter den Kulissen schon fleißig die ein oder anderen Päckchen, am kommenden Sonntag, zum 2. Advent verraten wir euch mehr und sind natürlich gespannt, ob euch die Idee genauso gefällt, wie sie in unseren Köpfen Sinn macht. Begleitet uns doch noch ein Weilchen.

Liebe Grüße

Judith