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Donnerstag, 1. Oktober 2020

Auf einen Kaffee mit ..... Renate @naehrenate


In der virtuellen Welt des Nähens und Patchworks trifft man immer wieder auf tolle, kreative und positive Menschen. Menschen mit denen ich am liebsten stundenlang quatschen würde, mich zum nähen verabreden und ihnen bei ihrem Tun über die Schulter schauen möchte.

Ich freue mich sehr, dass ich, besonders im letzten Jahr, die Möglichkeit dazu bekommen habe viele dieser Menschen persönlich kennenzulernen. In loser Reihe möchte ich euch Menschen, die mich ebwegt beeindruckt und inspiriert haben bei einem "virtuellen Kaffeeründchen" ein bisschen vorstellen.



Ich freue mich auch diesen Monat wieder über virtuellen Besuch. Dieses Mal begrüße ich Renate und gebe hiermit einfach das Wort ab. Viel Freude beim Lesen und Kennenlernen.


Hallo liebe Judith, 

freue mich über die Einladung dich in deinem virtuellen Nähzimmer zu besuchen.

Diese Einrichtung ist wirklich eine gelungene Idee für einen ungezwungenen Gedankenaustausch.

Nehme gerne einen Coffee black ohne Zucker. Danke.


Wir kennen uns schon ca. 5 Jahre. Unsere erste Begegnung ergab sich 2015 bei einem Kurs mit Brigitte Heitland,

in dem du ebenfalls Teilnehmerin warst. Erinnerst du dich noch? CrossIt?


Mein Name ist Renate Salz. Wohne seit ca. 15 Jahren im Rhein-Sieg-Kreis und habe zeitgleich

mit diesem Ortswechsel den Zugang zu Patchwork innerhalb einer örtlichen Patchworkgruppe gefunden. 


Rückblickend stellen die Erfahrungen bzgl. Nähtechniken, und vor allem Gestaltung eine kontinuierliche Weiterentwicklung dar.

Die zeitlich aufbauenden Prozesse sind für mich vergleichbar mit dem Aufschichten eines Mauerwerks.

Ohne tragfähiges Fundament bricht alles vorzeitig zusammen.

Genau so ist das anfangs traditionelle Arbeiten als fundamentale Grundlage

alles Weiteren zu verstehen. 


Diese Symbolik beschreibt, dass ich mich vom anfänglich traditionellen Arbeiten

hin zu modernerem Design entwickelt habe.

Unter „modern“ verstehe ich klare Strukturen in Form und Farbe.

Ich versuche, einem Quiltmuster Raum zum atmen zu lassen,

d. h., das Muster darf nicht eingezwängt wirken.

Für meine Empfindung kann nur so das Auge einen Quilt „in Ruhe“ aufnehmen.

Apropos Farbe: Doch ja, wenn sie zugeordnet oder als Akzent eingesetzt ist.

Dann am liebsten uni, bzw. ein zurückhaltender Druck. 

Wenn unterschiedliche Farbdrucke sich zu einem System zusammenfügen, hat es wieder Struktur. 


Ansonsten macht mich querbeet Flowerpower ziemlich orientierungslos. 

Two-Color-Quilts sprechen mich an.

Daher findet zwischendurch auch immer wieder gerne auf eine Black+White Arbeit statt. 


Geradliniges, geometrisches Design ziehe ich curved piecing vor. Eigentlich.

Obwohl Kurven in Kombination mit Geometrie auch wieder eine spannende Wirkung darstellen können.

Ein ultimatives „das mach ich nie“ gibt´s in unserem Hobby sicherlich nicht.

Eh du dich versiehst, kommt schon wieder eine neue Inspiration um die Ecke - und schon kreist es im Kopf herum …

ach, könnte ich ja auch mal …

Im Netz poste ich ausschließlich auf Instagram und bin dort unter „naehrenate“ zu finden. 


Mittlerweile hat sich mir eine große Community erschlossen und dient mir überwiegend als Inspirationsquelle.

Es ist schon aufregend für mich dass über Kontinente hinweg Kontakte und somit eine „Begegnung“ in Form von Austausch stattfindet.


Ach ja, hätte ich fast vergessen: Stichwort Lieblingstool.

Am liebsten arbeite ich mit den über die Jahre liebgewonnen und vertrauten Standard Linealen und vertrete eher das Motto:

Never change a winning team. 

Natürlich habe ich mich hier und da zu Spontankäufen hinreißen lassen in der Annahme,

damit wird das Quilterleben einfacher, besser, schöner!

Na ja, ehrlich gesagt bleiben diese (oft teuren) Werkzeuge verwaist hinter den anderen zurück.

Hm. Außer, ja außer meinen verschiedenen Bloc Loc-Hilfen. Was wäre die Welt ohne Bloc Loc´s! 

Siehst du, geht doch!


Abschließende Gedanken für den virtuellen Glückskeksspruch:

Es hat eine längere Zeit gebraucht um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass es wenig Sinn macht, einem Mainstream hinterher zu eifern.

Das eigene, authentische Bauchgefühl ist für mich immer noch die beste Grundlage für Entscheidungen, die zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führen.

Im Patchwork, sowie im realen Leben. 


Liebe Judith, es war schön bei dir. Bevor ich gehe, trinke ich noch den Rest Kaffee, auch er durch lauter Gequatsche mittlerweile kalt geworden ist. 


Ich komme gerne wieder und wünsche dir immer wiederkehrende gute Gespräche mit deinen Gästen. 


Renate

Donnerstag, 3. September 2020

Auf einen Kaffee mit..... Antje @antokami



In der virtuellen Welt des Nähens und Patchworks trifft man immer wieder auf tolle, kreative und positive Menschen. Menschen mit denen ich am liebsten stundenlang quatschen würde, mich zum nähen verabreden und ihnen bei ihrem Tun über die Schulter schauen möchte.

Ich freue mich sehr, dass ich, besonders im letzten Jahr, die Möglichkeit dazu bekommen habe viele dieser Menschen persönlich kennenzulernen. In loser Reihe möchte ich euch Menschen, die mich ebwegt beeindruckt und inspiriert haben bei einem "virtuellen Kaffeeründchen" ein bisschen vorzustellen.



Ich freue mich heute, nach fast drei Jahren, diese wunderschöne Blogrubrik wieder zum Leben zu erwecken und inzwischen sind es weniger die herkömmlichen Bloggern, denn die Instaquilter die hier zu Wort kommen. Ich freue mich heute das Wort an Antje anzugeben.


Was darf's denn sein? Kaffee oder Tee? Mit Milch und Zucker? Stell dich uns bitte einmal vor!


Hallo Judith, vielen Dank für deine Einladung. Für mich bitte einen Latte Macchiato oder

einen Kaffee mit viel Milch (oder wie ich gern sage Milch mit Kaffee) .




Ich bin Antje, 47 Jahre alt und lebe mit meinem Mann und unserer 15 jährigen Tochter südöstlich von Berlin.

Ziemlich genau dort, wo der BER nicht fertig wird.

Dann gibt es noch einen Kater – Findus- der die Familie dann komplett macht.


Magst Du erzählen, woher/ wie wir uns kennen?  

Bisher kenne ich dich nur von Instagram, wo ich mit dem Namen @antokami unterwegs bin.

Ich habe 2016 mit dem Nähen angefangen.

Mehr oder weniger habe ich mir vieles selber beigebracht.

Habe angefangen Blogs zu lesen und auf Youtube Videos geschaut.

Dabei bin ich auch auf deinen Blog gestoßen und habe dort bei deinem Patchworkwegweiser

auch viele hilfreiche Tips gefunden. 

Ich habe dir in dieser Zeit viele, viele Fragen gestellt, wo es immer

kompetente Antwort gab.

Ich hoffe sehr, dass es irgendwann mal eine Gelegenheit gibt, dich persönlich zu treffen.


Wie fühlt es sich an so mitten in meinem virtuellen Nähzimmer zu sitzen?

Gefällt es dir hier? Wie bist du selbst zum Patchworken/  Quilten gekommen?


Mir gefällt es hier sehr gut, im Gegensatz zu meinem richtigen Nähzimmer ist es hier

übersichtlich und strukturiert.

Wie ich schon im vorherigen Absatz schrieb, habe ich im Sommer 2016

mit dem Nähen angefangen. Der Wunsch war schon lange in meinem Kopf,

aber bis ich soetwas immer umsetze, dauert etwas.

Irgendwie habe ich es geschafft, mich zusammen mit meiner Tochter in Potsdam bei einem Nähkurs anzumelden.

Ich habe dort eine Tasche genäht, die eigentlich viel zu groß geraten ist.

Aber sie ist bis heute in Benutzung: wenn wir in den Urlaub fahren kommen Handtücher oder Bettwäsche dort hinein.




Bei diesem Nähkurs haben wir auf einer Brother Nähmaschine genäht.

Und da sowohl meine Tochter und auch ich damit gut klar gekommen sind, und ich auch gemerkt habe, dass Nähen mein Ding ist,

habe ich mir genau diese Maschine gekauft. Leider hatte meine Tochter nicht so wirklich Interesse am Nähen, ich dafür um so mehr.

Anfangs nähte ich Einkaufsbeutel, Kosmetiktäschchen, Schlüsselanhänger, Utensilos....das typische Anfängerprogramm, schätze ich mal.

Als Anleitung mussten meist Videos herhalten, das war für mich die verständlichste Art. Schriftliche Anleitungen waren nicht ganz mein Fall. 

Es interessierte mich bald, auch mal ein T-Shirt zu nähen. Also war ich auch auf Blogs unterwegs, wie dem von Elle Puls.

In 2017 hatte ich das Glück, einen Platz in ihrem Nähcamp zu bekommen. Mit relativ wenig Bekleidungsnähkenntnissen fuhr ich dort hin .

Und obwohl ich nicht viel genäht habe, war es ein tolles Wochenende. Mit einem Grinsen im Gesicht fuhr ich heim.

Ich hatte so viele tolle Leute kennengelernt, die mir alle meine Fragen beantwortet haben, mir Tips gaben.

Es war einfach nur toll.

Wie und wann ich nun genau zum Patchworken gekommen bin, kann ich gar nicht mehr genau sagen.

Meine erste Decke habe ich für meine Tochter genäht. Mit einer Fleecedecke als Batting und einen billigen Stoff für die Rückseite.

Schief und krumm.

Irgendwann kam ich auf die Idee, aus all den inzwischen angesammelten Stoffstückchen einen Quilt für mich zu nähen, wo jeder Stoff nur einmal vorkommt.

Ich hatte viele (bereits zu dieser Zeit entwickelte sich meine Vorliebe für Stoffreste, die bis heute anhält), etwas mehr als 90, aber es reichte nicht.

Jemand gab mir den Rat, mal auf Instagram meinen Wunsch zu posten. Was dann passierte, fand ich unglaublich.

Ich habe von so vielen nähbegeisterten Frauen Stoffquadrate zugeschickt bekommen, einfach so, ohne dass sie eine Gegenleistung dafür haben wollten.

Diesen "Stofftausch" behalte ich bis heute gerne bei. Wann immer ich was brauche, frage ich nach.

Aber genauso gerne verschicke ich auch Stoffreste, wenn jemand etwas braucht oder ich mal wieder zuviele Reste habe.

Auf diese Art und Weise habe ich ganz viele tolle Menschen kennengelernt, virtuell, aber auch telefonisch und sogar persönlich.







In diesem Jahr wollte ich zur Nadelwelt fahren und hatte mich darauf gefreut, nochmehr persönlich kennen zu lernen.

Wie wir alle wissen, kam es anders.

Inzwischen nähe ich auf einer Janome MC 8900 QCP und eine Overlock gehört auch schon seit einiger Zeit zu meinem Nähpark


Inspirationen, das A und O der kreativen Entfaltung und Entwicklung... woher nimmst Du die Inspirationen für Deine Werke?


Inzwischen fast ausschließlich von Pinterest oder Instagram.

Am Anfang las ich viele Blogs.

Da waren der von Barbara @dasmachichnachts; der von Grete @stoffsalat;die Blogs von den 6 Köpfen,

der BerninaBlog so meine Hauptinspirationsquellen. ( diese Aufzählung ist nicht vollständig).

Inzwischen wird ja immer weniger gebloggt. Oft sehe ich etwas, muss das sofort ausprobieren,

vertrödele Stunden damit um dann festzustellen, dass es doch nicht so geht,

wie ich mir das vorgestellt habe. Also wird alles wieder aufgetrennt.




Die meisten meiner Quilts entstehen ohne Anleitung und auch ohne eine bestimmte Stoffserie.

Oft aus den zusammengesammelten Resten, die ich hier so hab.

Allerdings muss immer eine gewisse Struktur dahinter stecken.

Ganz bunt und wild durcheinander mag ich es gar nicht.




Viele schöne Anleitungen sind in englische Sprache, damit habe ich immer noch so meine Probleme.

Ich muss dabei regelmäßig jemanden fragen, ob er mir weiterhilft.

Die Übersetzer im Internet kommen mit den Fachbegriffen aus der Nähwelt meist an ihre Grenzen


Findet man Dich neben Deinen kreativen Ergüssen an der Nähmaschine auch noch anderswo?

Als Blogger oder auf anderen Socialmedia- Kanälen? Wenn ja wo?

Schließlich möchten wir gerne Deine Werke in Augenschein nehmen und uns von Dir inspirieren lassen!


Ich habe keinen Blog und auch keinen Facebook-Account.

Meine Werke findest du nur bei Instagram, dort findet ihr mich unter @antokami.

Der Name setzt sich übrigens aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen von mir, meiner Tochter und meines Mannes zusammen.


mein vielleicht bisher schönstes Werk


Jede Patchworkelfe, welche ich bisher getroffen hatte, hatte mindestens ein Lieblings- Tool,

welches für sie aus ihrem Nähalltag nicht mehr wegzudenken war. Ich kann mir kaum vorstellen,

dass das bei Dir anders sein sollte.....


So ein absolutes Lieblingstool habe ich eigentlich nicht. Ich liebe viele meiner Helferlein und kann sie aus meinem Nähalltag nicht mehr wegdenken:

das fängt an mit Rollschneider, Patchworklineal und Schneidematte, geht weiter Nahtrenner, diverse Lineale und und und.

Je mehr ich darüber nachdenke, ein Teil liebe ich doch: meine Fadenschere, eigentlich  ist es mehr eine Zange.

Ich finde es sehr angenehm, nicht jedesmal mit den Fingern in kleine Öffnungen zu müssen, um den Faden abzuschneiden.

Es ist immer ein Drama, wenn die verschwunden ist. Ich hab mir zwar eine Zweite angeschafft, die ist aber nicht so gut. 


Wo wir schon davon sprechen... Neben dem Lieblingstool, haben sich über die Jahre auch  Lieblingsmuster entwickelt,

welche du immer wieder gerne nähst und arbeitest?


Bis jetzt noch nicht, ich denk, da bin ich noch in der Findungs- oder auch Übungsphase.

Ich habe nur gemerkt , dass es mir keinen so großen Spaß mehr macht, wenn ich einen Quilt noch einmal nähe.

Meine Merkliste ist lang und ich möchte viel lieber eine neues, anderes Muster ausprobieren.

Allerdings kann ich dir sagen, was ich nicht mag (und wenn du es nicht hier stehen haben magst,

weil es nicht die Frage war, dann streiche es): Foundation Paper Piecing, kurz FPP. Das ist eine Technik, mit der ich absolut nicht warm werde.


Zum Schluss bitte ich Dich um eine Nähweisheit für die virtuelle Glückskeksproduktion.. 


Gut gebügelt ist halb genäht. Da ist soviel Wahres dran. Ich bin ein absoluter Bügelmüffel und denke immer wieder: hättest du mal vorher gebügelt...

Ich sehe gerade, dass diesen Spruch Anni bereits verwendet hat. 
Ein weiterer, der aber auch absolut auf mich passt, ist : Nähen und Stoffe (Reste) kaufen sind zwei verschiedene Hobbys.


Liebe Antje, ich freue mich, dass du hier bei mir zu Gast warst und uns einen Einblick in dein Nähzimmer gegeben hast. Auf weitere tolle Quilts von dir bin ich/ sind wir sehr gespannt.

Donnerstag, 24. August 2017

(Farbenspiel)- Gastbeitrag "Am liebsten noch Bunter: Just add NEON!"

(Werbung- durch Markennennung/Verlinkung! Das hier gezeigte Material/ Produkte wurden von mir käuflich erworben und wurden mir nicht bereit gestellt. Sollte mir Materialien oder Produkte zur Verfügung gestellt werden, ist der Post dementsprechend zusätzlich gekennzeichnet)

Hallo zusammen! Mein Name ist Kristina vom Blog "Am liebsten Bunt". Ich schreibe über meine Lieblingsbeschäftigungen: Patchwork und Quilten, Malen und Färben, Stempel schnitzen, Malen, Kleben, Basteln und seit Kurzen auch ab und zu über meine neue Heimatstadt Kopenhagen. Unter @amliebstenbunt findet ihr mich auch auf Instagram. Heute freue ich mich besonders, hier beim Farbenspiel zu Gast zu sein.
Der Sommer ließ bislang ja vieler Orts ein wenig zu wünschen übrig- da kommt eine kleine Portion Knallbuntes bestimmt gerade recht. Neonfarben mochte ich schon immer. In den 80er Jahren waren sie schon mal schwer in Mode (soo alt bin ich schon?) und ich kann mich gut an neonfarbenen Nagellack, lässig schräg über die Hüften gehängte Neon-Kunstledergürtel und diverse Plastik-Ohrgehänge in Alarmfarben erinnern...
Als Malfarben habe ich die Neons in den letzten Jahren eher nicht eingesetzt, als Stofffarben für Siebdruck und zum Bemalen von Stoffen habe ich sie allerdings gerade wieder für mich entdeckt.
Im September gebe ich einen Workshop zum Thema Siebdruck auf Stoff und dafür habe ich in den letzten Tagen einige Stoffstücke vorbereitet, welche dann vor Ort noch weiter bedruckt werden. Ein wenig wild, ordentlich bunt und jeder für sich ein Unikat, aus dem dann irgendwann auch einmal leuchtend bunte Taschen und ähnliches werden sollen. Wollt ihr mal schauen?

Dropcloth11.jpg

Ich besitze einen ganzen Stapel sogenannter "Dropcloths" oder auch "Drucktücher". Tücher, die als Tischabdeckung aufgelegt werden und überschüssige Farbe und Kleckse sowie über den Rand gedruckte Siebdruckmotive aufnehmen. Mit der Zeit werden diese Stoffe immer bunter und ich habe mir nun einige Stücke ausgesucht, die ich als Untergründe vorbereiten will.

 Neonpaket_aus Mannheim.jpg

Dekaprint Siebdruckfarbe in Neonpink, Neonrot und Neonorange habe ich mir im Jeromin-Shop bestellt.

Neon_silkpaint.jpg

Im Farbfundus fanden sich auch noch einige Flaschen Seidenmalfarbe (die ich noch nie auf Seide eingesetzt habe) darunter auch ein leuchtendes Rot.

First_layers_artistcloth_by Kristina_Schaper_000.jpg

Sogerne ich Neon mag- zu viel davon kann einem auch schnell auf den Keks gehen. Deshalb lieber nur kleinere Bereiche. Die kühleren Blau/Türkistöne lassen das Rosa noch stärker leuchten. Die Seidenmalfarben sind dünnflüssig, vertragen sich aber gut mit den dickeren Siebdruckfarben, die ich auch zum Malen benutze.

Neon_rocks.jpg

Welche Seite des Stoffes ich später nehme, entscheide ich dann, wenn ich mich für ein Siebdruckmotiv entschieden habe. Drucken kann ich im Moment nicht- meine Siebe warten schon in Mannheim im Kursatelier auf mich...

Artist_fabric_by_Kristina_Schaper_001.jpg

Dieses hier ist eines meiner Lieblingsdrucktücher. Die weißen Bereiche sind jetzt verschwunden...

Artist_fabric_by_Kristina_Schaper_first_layers_002.jpg

... und Neonpink als Kontrast zu Grün hat Einzug gehalten.

 Artist_fabric_by_Kristina_Schaper_detail.jpg Neon_009.jpg

Ein weites Stoffstück habe ich mit einem selbstgemachten Moosgummistempel bedruckt. Davon habe ich mittlerweile einen ganzen Stapel und es wurde auch mal Zeit, dass der eine oder andere davon zum Einsatz kommt.

Artist_fabric_by_Kristina_Schaper.jpg Artist_fabric_by_Kristina_Schaper_detail.jpg

Die Deckkraft der Neonfarben ist nicht sehr hoch- am leuchtensten sind sie auf weißem Untergrund. trotzdem gefallen mir die Kreise mit Neonrot sehr gut.

Cleaning_your_foamstamps.jpg

Meine Moosgummistempel wische ich nach Gebrauch mit Babyfeuchttüchern ab- unter fließendem Wasser reinigen geht nicht, da ich normale Wellpappe als Träger verwendet habe.

 Neon_zigzag.jpg

Für ein weiteres Druckexperiment (diesmal nicht als Untergrund) habe ich der Farbe ein wenig Weiß beigemischt...

 Neon_on_linen_004.jpg

...denn der Stoff ist naturfarbenes Leinen. Der zweite Druck (fast passgenau :) ) erfolgte dann mit unverdünnter Farbe.

Neon4_002.jpg

Wie immer musste Oskar natürlich mit dabei sein. Da der Tisch belegt war, musste er mit orangenem Textmarker und seinem Skizzenbuch auf dem Boden bleiben.

Neon_fabricpaint_005.jpg

Neonfarben sind schwer zu fotografieren :)

Artist_fabric_by_Kristina_Schaper19.jpg

Meine extrabunten Stoffunikate bis jetzt. Ich habe noch ein paar Ideen mit den Neonfarben, die ich auch noch ausprobieren werde. Vielleicht habt ihr ja Lust, mich ab zu bei "Am liebsten Bunt" zu besuchen- ich würde mich freuen! Viele Grüße aus Kopenhagen Kristina

Donnerstag, 20. April 2017

(Farbenspiel)- Freunde zu Besuch (Ingrid)

Heute darf ich das Farbenspiel mit einem Gastbeitrag bereichern und als kleines Gastgeschenk habe ich Judith ihr bläuliches rosa (selbst gemacht) mitgebracht.
Farben aus der Sicht einer Chemikerin … jetzt denkt sicher mehr als die Hälfte der Leser „Hilfe – das hab ich ja noch nie kapiert“. Aber nur Mut, bei mir steht das Erklären von Beobachtungen genauso im Fokus wie das Experimentieren, den großen Rest erspare ich euch lieber.


   
Zerlegt man natürliches Licht in seine Bestandteile, so erhält man ein Lichtspektrum des sichtbaren Lichtes. Diese Aufteilung beruht auf dem unterschiedlichen Energiegehalt der verschiedenen Lichtqualitäten.


Die Wirkungsweise aller Farbmittel beruht nun darauf, dass sie bestimmte Teile des sichtbaren Lichtspektrums  absorbieren, also quasi verschlucken können. Der Rest des Lichtspektrums wird dann reflektiert, also zurückgeworfen und von eurem Auge aufgenommen. Ihr seht also die Komplementärfarbe dazu.
Die Ursache dafür ist die chemische Grundstruktur eines Farbstoffmoleküls, in denen vereinfacht gesagt Elektronen durch Energie „angeregt“ werden; diese Energiedifferenz entspricht dann einem Bereich des Farbspektrums.


   
Farbstoffe sind Verbindungen, welche die Fähigkeit besitzen andere Materialien zu färben. Dazu müssen sie sich in einer anderen Substanz lösen lassen, wie z. B. in Wasser oder Öl. Sie werden vor allem zum Einfärben von Papier, Textilien und auch Leder verwendet. Ihre chemische Struktur, wie auch die Färbeprozesse sind sehr unterschiedlich und auch kompliziert zu verstehen. Aber sicher habt ihr alle schon einmal etwas von den Farben Purpur, Karminrot oder Indigo gehört.

pixabay, freigegeben zur Veröffentlichung

Purpur und anderes Rot

Purpur bezeichnet einen Farbton zwischen rot und blau (physikalisch violett) und wurde ursprünglich aus Purpurschnecken gewonnen. Er war der teuerste Farbstoff der Welt für Textilien und nur hohen Würdenträgern, wie Senatoren oder Kaisern vorbehalten. Ähnliches gilt auch für das Karminrot oder Scharlachrot, ein sattes Dunkelrot, welches an den Amtsträgern der katholischen Kirche auch als Kardinalsrot bezeichnet wird. Es wurde gewonnen aus den Cochenilleläusen und fand früher auch in dunkelroten Lippenstiften oder Campari Verwendung (heute synthetisch E120).

pixabay, freigegeben zur Veröffentlichung …

Indigo    

Der wohl bekannteste Farbstoff im Kontext mit Textilien ist Indigo, euch sicher bekannt als Jeansblau. Sein ursprünglicher Farbton ist ein sattes dunkelblau (in Richtung violett). Indigo kann in einer Vorstufe aus der indischen Indigopflanze oder dem Färberwaid gewonnen werden.
In einem aufwendigen Färbeprozess wird das Garn immer wieder durch das Färbebad gezogen, wobei es sich gelblich verfärbt, und anschließend mit Luftsauerstoff in Kontakt gebracht, wodurch die blaue Farbe entsteht. Die unterschiedliche Intensität erzielt man durch die Häufigkeit der Färbeprozesse. Da früher die Blaufärber in diesen Trocknungsphasen eine Pause einlegten, spricht man auch heute noch vom „blaumachen“ im Sinne von Nichtstun.


Pigmente      

Sind Farbmittel unlöslich in einem Lösungsmittel, nennen wir sie Pigmente. Diese Farbpigmente sind feste Stoffe, welche ganz fein gemahlen und dann in ein Bindemittel gegeben werden (z.B. in vielen Dispersionfarben, Buntstiften, Wachsmalkreiden, Pastellfarben oder Druckfarben). Früher wurden sie vor allem aus Mineralien und Edelsteinen gewonnen.

     

Ein Farbexperiment

Damit ihr jetzt aber auch ein schönes Farbenspiel erzeugen könnt, möchte ich euch eine Anleitung geben zur Herstellung von völlig ungiftigen Wasserfarben (Farbpigmente in einem Füllstoff). Diese sind ja sehr häufig mit Schadstoffen belastet – bei mir wird aber alles mit reinen Lebensmittelfarben erzeugt, die viel engeren Vorgaben unterliegen. Und nein, dazu braucht ihr keine Laborausrüstung, sondern nur Geräte und Chemikalien, die vermutlich jeder Haushalt beherbergt: Stärke, Backpulver, Essig, Zucker, Wasser und Lebensmittelfarben (flüssig oder fest).



Ich koche als erstes aus knapp 2 Espressotassen heißem Wasser und 4 Espressotassen Zucker in einem kleinen Töpfchen Zuckersirup (einmal aufkochen, dabei gut rühren, dann abkühlen lassen).
Dann füllt ihr jeweils 4 leicht gehäufte Esslöffel Stärke und Backpulver in eine kleine Schüssel und vermischt sie. Dazu gebt ihr dann 5 Esslöffel Essig und verrührt alles gut mit einem Schneebesen.



Es setzen zwei chemische Reaktionen ein, bei denen zum Einen das Backpulver mit Essigsäure reagiert, wobei sich Kohlendioxid und Wasser bilden. Das gasförmige Kohlendioxid sorgt für die Bildung von Blasen, das Gemisch schäumt.
Das so entstehende Wasser sorgt nach und nach dafür, dass die zunächst eher feste, bröselige Masse dann weicher und sogar flüssiger wird. Die Essigsäure acetyliert zum Anderen auch die Stärke, wodurch diese in der Lage ist, das überschüssige Wasser zu binden und so eine insgesamt eher zähflüssige Masse zu erzeugen.


Damit alle Bestandteile möglichst vollständig miteinander reagieren können, lasst die Masse mehrmals für 5 Minuten stehen und rührt sie dann wieder kräftig durch. So verhindert ihr, dass eure fertigen Farben dann am Ende in den Behältern noch weiterschäumen und überquellen. Nach ca. 30 Minuten gebt ihr dann 2 - 3 Esslöffel Zuckersirup dazu und rührt diesen wieder kräftig unter. Es soll eine Masse entstehen, die sehr zähflüssig vom Löffel abtropft.



Ich richte dann einen Eiswürfelbehälter, Teelichthüllen oder einen alten leeren Wasserfarbkasten her und befülle die einzelnen Töpfchen mit den Farben.. Ich habe hier flüssige Lebensmittelfarben zum Kuchen backen genommen; je nach gewünschter Farbintensität von haselnussgroß (pastellige Farben) oder eben mehr für kräftigere Farben. Es klappt auch gut mit Ostereierfärbetabletten (einfach 1/2 – 1 Tablette zerreiben und direkt hineingeben oder wenn ihr sie vorher anmischen wollt in ein wenig Zuckersirup geben).



Anschließend die Töpfchen zu ¾  befüllen und dann mit einem kleinen Metallspieß oder Zahnstochern umrühren, bis die Farbe vollständig durchgefärbt ist; eventuell noch Farbstoff zu geben.
Die fertigen Wasserfarben dann über Nacht an einen trockenen und kühlen Ort zum Trocknen stellen.


Mein Ergebnis sieht auf Papier so aus.


Und da das hier ja eigentlich eine Näh- und Textilaktion ist habe ich natürlich auch einen Test auf Stoff gemacht. Mir gefällt das ganz gut. Wenn ihr die Wasserfarben farbecht und waschbar machen wollt, dann streicht ihr sie einfach nach dem Bemalen mit Textil-Medium ein, heiß bügeln und ist die Farbe fixiert.


So, ich hoffe ich habe eine gute Mischung aus einigen Erklärungen und dem Selbermachen gefunden und wünsche ich viel Freude beim Mit- und Nachmachen im Spiel der Farben!

Ingrid vom Nähkäschtle