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Dienstag, 17. November 2020

(Patchwork- Wegweiser) die Sache mit dem Garn

(Werbung- durch Markennennung/Verlinkung! Das hier gezeigte Material/ Produkte wurden von mir käuflich erworben und wurden mir nicht bereit gestellt. Sollte mir Materialien oder Produkte zur Verfügung gestellt werden, ist der Post dementsprechend zusätzlich gekennzeichnet)

Ihr Lieben,

lang lang ist's her, dass ich euch einen Beitrag zu meiner Reihe Patchwork- Wegweiser veröffentlicht habe. Aber gut Ding will Weile haben, gut recherchiert oder ausprobiert sein und für euch den entsprechenden Mehrwert haben. 



Es gibt nichts, in meinen Augen, worüber man soviel diskutieren/philosphieren und ausprobieren kann, wie Garn. Garn ist nicht gleich Garn. Schon klar und trotzdem kommt immerwieder die Frage "kann ich denn nicht einfach DAS hier für alles nehmen?". Ganz ehrlich: NEIN, dass kannst du nicht. Du würdest aber sicher auch kein Caprese (Tomate- Mozzarella) mit Sonnenblumenöl essen wollen, oder? 

Genauso ist es mit Garn. Garn ist wie gutes Öl. Es muss zur jeweiligen Arbeit passen. Auch hier gibt es manchmal unterschiedliche Arbeitsschritte, also muss dann angepasst werden, damit es stimmig ist. 
Dann lasst uns doch mal schauen, was es so gibt...

ALLESNÄHER- meist ein mitteldickes Polyestergarn, welches es von beinahe allen Herstellern gibt, no name oder doch recht bekannt. Ich verwende am liebsten Garne von ALTERFIL (ALTERFIL S 120) und GÜTERMANN (ALLESNÄHER), sowie von METTLER (SERALON). Ebenfalls ist das Universalgarn der Stoffladenkette STOFF&STIL zu empfehlen.
Dieses Allesnähergarn verwende ich ausschließlich zum Absteppen von Nähten auf Jersey, Sweatstoffen und für das Nähen von Taschen und Reißverschlusstäschlein, wo schon der Stoff eine gewisse Struktur/Rubustheit mitbringt- etwa Canvas oder auch Leinen. Außerdem wähle ich es für das Annähen von Knöpfen per Hand.
Für Patchworkarbeiten ist es eigentlich schon zu dick, außerdem recht fest und rau in der Beschaffenheit. Lasst mal einen Faden dieser Garngruppe bei geschlossenen Augen durch den Finger laufen und dann als Kontrast mal einen Baumwollfaden bzw. einen anderen weicheren Garnfaden. Ihr werdet den Unterschied fühlen. 
Allesnäher- Garne haben außerdem die Eigenschaft schon etwas "fusselig" vom Anblick her zu sein. Die Garne dieser Gruppe reiben dann sehr am Stoff, was bei einem viel bewegten Gegenstand wie einem Quilt wohl auch nicht gewollt sein kann. 
 

 

Und womit nähst du dann Jersey, Sweat und andere Bekleidungsstoffe zusammen?- werdet ihr jetzt fragen... Da ich eine Overlock besitze, nähe ich elastische Bekleidungsstoffe mit 

BAUSCHGARN- ich zitiere hier mal den Satz aus dem Nähratgeber vom Nähpark "Bauschgarn besteht aus texturiertem Polyester und wird nicht verzwirnt. Daher ist es weicher als normales Garn. Auch wenn es für dehnbare Nähte verwendet wird, ist die einzelne Faser in sich nicht dehnbar." 

Ganz wichtig: es ist weicher, der Faden an sich legt sich somit besser in die Naht und reibt nicht so sehr am Stoff. Mein Favorit in der riesigen Auswahl dieser Bauschgarne ist das Madeira Aeroflock. 
Tipp: Wer wenig Bekleidung näht und/oder nicht über eine Overlock/Coverlockmaschine verfügt, der kauft sich je eine große Garnrolle Bauschgarn in den gängisten Farben. Für mich muss es ein heller Sandton sein, Mittelgrau, sowie ein dunkles Blau. Mit diesen drei Farben kommt man lange hin und man hat einen passenden Farbton für helle (Sand), mittlere (Grau) und dunkle (Blau) Stoffe. 
 
 
 
Außerdem gibt es auf dem Markt eine große Zahl unterschiedlich dicker Baumwoll- und Polyestergarne... für die spezielleren Zwecke. In meinem Garnschrank herrscht ein große Auswahl besonders an Baumwollgarnen.
Es gibt sie in unterschiedlichen Stärken, vorrangig in bester Qualität aus dem Hause Aurifil, aber es gibt inzwischen ein paar gute Alternativen... aber schauen wir uns erstmal den Marktführer an. 

AURIFIL ist eine italienische Firma. Sie führen Garne aus 100% mercerisierter ägyptischer Baumwolle in den Stärken




80- Holzspule
Dieser Faden ist besonders dünn und fein. Aber trotzdem sehr reißfest. Ich vernähe mit dieser Garn-Stärke bevorzugt feiner gewebte Patchworkstoffe, sprich Stoffe aus dem Hause Art Gallery fabrics und Michael Miller. Die optimale Nähmaschinennadel für dieses Garn ist eine Universalnadel der Stärke 70/10. Ebenfalls nutze ich es sehr gerne fürs Annähen des Bindings. Hier ist der Faden so fein und beinahe unsichtbar, dass die fertigen handgenähten Stiche des Bindings hinterher nicht auffallen. Fürs Binding habe ich aber noch eine Alternative, dazu weiter unten mehr. 


50/2- orangefarbene Spule
Dieses Garn verwende ich am häufigsten für alle Arbeit mit aller Art von Patckworkstoffe und normalfesten Baumwollstoffen in der Kombination mit einer Nähmaschinennadel der Stärke 80/12. 

40/2- grüne Spule 
Dieses Garn kommt schon deutlich fester und robuster daher. Dieses Garn verwende ich gerne beim Quilten an der Maschine. Hierbei kommen die Quiltlinien gut zum Ausdruck, nehmen der Patchworkarbeit aber nicht vollends den Blick. Ich verwende es mit einer 80/12 oder 90/14- Nadel.

12/2 - rote Spule 
Dieses sehr feste Garn bietet sich an um ein grobes Stichbild und erhabene Stiche an der Maschine zu quilten. Die Optik und Haptik geht schon in Richtung eines dünnen Stickgarns. Es lässt sich mit einer 90/14 oder 100 Nähmaschinennadel vernähen oder mit einer passend dicken Nadel als Handquiltgarn verwenden. 

28/2- graue Spule
Das Garn liegt "gewichtstechnisch" zwischen dem 40/2 und 12/2. Mittlere Dicke, die noch nicht so sehr "aufträgt" wie das Garn auf den roten Spulen. Bisher besitze ich Garne dieser Stärke nur und habe sie noch nicht verwendet. Ich kann mir gut vorstellen, dass es als Steppgarn auf einer Tasche oder entlang des Reißverschlusses eine gute Figur macht. 
 

Baumwollgarne anderer Hersteller...

 
Vor einer Weile bin ich zufällig auf die Reihe "Cotona Madeira" von Madeira aufmerksam geworden. Offiziell steht auf den Garnspulen "Stickgarn", aber es lässt sich eben so prima vernähen, wie die Garne des Marktführers. Die Garne werden alle in Deutschland aus 100% ägyptischer Baumwolle hergestellt und es gibt sie ebenfalls in unterschiedlichen Stärken.
Lediglich bei der Farbvielfalt von Aurifil können sie bisher nicht so mithalten. Aber das könnte ja noch werden... zugegeben finde ich außerdem das "Erkennungsmerkmal" der verschiedenen Garnstärken bei Aurifil einen gelungenen Schachzug. Kein lästiges Suchen im kleinen Klebeettikett auf der Spule selber.... ABER ich schweife ab. 

Also COTONA MADEIRA- gibt es in den Stärken 30, 50 und 80. Die Stärken 50 und 80 verwende ich genauso wie das Garn von Aurifil in der gleichen Stärke und es gibt weder optisch, noch in der Handhabung einen erkennbaren Unterschied. Stärke 30 würde ich, laut Beschreibung des Herstellers, als Alternative für 40/2 von Aurifil verstehen. Kann mir hier aber kein Urteil erlauben, da ich dieses Garn bisher nicht erworben und ausprobiert habe. 



Weitere Unterschiede zwischen den Herstellern gibt es aber allemal. Nicht zuletzt im Preis. So kosten 200m des 80er Garns Cotona Madeira im Schnitt 6 Euro, während die gleiche Lauflänge bei Aurifil im Schnitt mindestens 2 Euro teurer zu haben ist. Auch 1000m des COTONA MADEIRA 50 sind schon für 6 Euro zu bekommen. AURIFIL 50 kostet hier für 1300m mal eben 9 Euro. 
Das alles soll jetzt kein Wegwerben von Bekanntem und Geliebtem sein. Wie oben bereits beschrieben, liebe ich die Farbvielfalt und Nuancen, welche ich beim Italiener bekomme.... ABER man kann ja manchmal auch Weiß in gleicher Qualität und Lauflänge erwerben und es bleibt noch Geld für das ein oder andere Fat Quarter mehr im Portemonnaie.... nur das mal als Überlegung. 
Bevor ich es vergesse: Auch von COTONA MADEIRA gibt es solche tollen Farbboxen, in welchen Garne in bestimmten Farbgruppe liebevoll zusammengestellt sind. 

Auch ja und dann wären da natürlich noch die tollen Polyesteralternativen zum Quilten und Patchworken...

SUPERIOR THREADS 

Als feiner Unterfaden beim Quilten eignet sich beispielsweise die Reihe "THE BOTTOM LINE"- aus dem Hause SUPERIOR THREADS. 
Dieses Garn wird mit der Stärke 60wt angegeben. Ich finde es ist vergleichbar mit Baumwollgarnen der Stärke 80. 



Bei Superior Threads- einem US- amerikanischen Garnunternehmen gibt es noch weitere tolle Polystergarne...

MAGNIFICO- ein strahlend, nein glänzendes Quiltgarn in der Stärke 40. Sprich eine tolle, brillantglänzende Alternative zum Baumwollgarn von Aurifil auf der grünen Spule. Tipp vom Hersteller (steht sogar auf dem Etikett): Nutze zum Vernähen eine 90/14 Topstitch Nadel. Übrigens führt Superior Threads gleich die passenden Top Stitch Nadeln im Sortiment....
Aber keine Sorge, das Garn ist auch mit einer Universal 90/14 Nadel sehr glücklich und macht einen guten Eindruck. 

SO FINE- die Stärke wird mit 50wt angegeben. Sprich es ist das perfekte Garn zum Piecen (zusammennähen von Patchworkarbeiten). Ich weiß, dass einige von meinem Quiltmädels lieber auf dieses Polyestergarn setzen, da es deutlich "robuster" beim Vernähen ist, als manchmal der Baumwollfaden. Die Nähte sehen jedenfalls hiermit auch sensationell aus. Ich habe nur irgendwie vergessen nach meiner ersten Spule Nachschub zu kaufen... 

Zuguterletzt möchte ich euch noch meinen Favoriten unter den unsichtbaren Garnen vorstellen. Ein Garn aus 100% Nylon, bisher konnte noch keine Baumwolle unsichtbar und durchscheinend sein...

WONDER INVISIBLE THREAD von YLI. Dieses komplett transparente Nähgarn ist perfekt geeignet zum Applizieren auf der Nähmaschine. Es lässt sich wunderbar auch in der Unterspule verwenden und macht ein tolles Stichbild. Ich habe es für die Applikationarbeiten an meinem "Clarity" , sowie "London Nights"- Quilt verwendet. Außerdem habe ich meinen "Jungle Abstraction- the Lion" damit gequiltet. (Die Quilts könnt ihr unter "Meine Quilts" in Augenschein nehmen).

 




Andere ausprobierte Nylongarne, die für solche Zwecke im Handel erhältlich sind, sind steif und fest und brechen alle Nase lang. Außerdem sind sie eine "Gefahr" für jede Unterspule. Man verbringt hinterher mehr Zeit damit, das grässliche Zeug aus allen Ecken unterhalb des Nähtransports zu pulen, als zu nähen. So kann und soll das doch wohl nicht sein...

Ich denke und hoffe, dass ich euch jetzt alle- für mich- gängigen Garnarten/Stärken und Hersteller ein bisschen sinnvoller erläutern konnte und ihr nach dem Lesen hier ein wenig "schlauer" an eure Garnwahl herangeht.   

Ich hoffe doch ihr seid soweit mitgekommen? Sind Fragen offen geblieben oder entstanden? Dann lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen. 

Fröhliche Nähzeit und allzeit ein gutes Stichbild

 Judith

Montag, 3. August 2020

Mein NÄH- Juli 2020

Eigentlich könnte ich jeden monatlichen Nährückblick mit den gleichen Worten einleiten, denn auch der Juli ist gefühlt mal wieder nur so dahin geflogen. Ein Blick zu Beginn des Monats aufs Kalenderblatt schien er noch recht leer, füllte sich aber schnell mit Leben. Zum Beispiel einer kurzen Auszeit, die seeeehr spontan kam, und dann ist es ja mit der Pandemielage nie langweilig, weil doch alles immer ein bisschen anders bleibt und kommt als gedacht.

Und zwischen diesem anders und neu und ach, habe ich natürlich nicht vergessen zu nähen. Das entspannt immer, macht einen klaren Kopf und macht mit Freunden (im Geiste) noch viel mehr Freude.

Wie jeden Monat standen auch diesen Monat wieder ein paar Beeblöcke ins Haus. Drei an der Zahl.

Da wäre zum Einen diese Bubble in hellem Rosa für Gaby bei der Color Bee Germany.

Außerdem wünschte sich Petra einen Log Cabin Block. Die ersten Legeversuche versprechen, dass es ein ganz wunderbarer Quilt wird. 

Und Nummer drei im Bunde waren diese grünen Blöcke für May.


Im Urlaub habe ich es geschafft endlich das Binding an meinem Churn Dash Quilt fertig anzunähen.

Der Quilt entstand übrigens im Rahmen des Farbenspiels im Jahr 2017, was ich gemeinsam mit Julia von @finefabric damals auf die Beine gestellt habe. Zu jedem farblichen Monatsmotto habe ich ein farblich passendes Butterfass genäht. Drei Jahre später erinnert er mich nun an dieses tolle und intensive Zusammenarbeit.

Apropos Quilt, im Juli hatte ich einen "kleinen" Rappel, denn ich wollte nicht nur mit Beeblöcken meine kostbare Nähzeit füllen. Also habe ich den BerninaTriangleQAL- Quilt wieder vorgeholt und ihn um ein gutes Stück weiter gequiltet. Der Plan für August: fertig werden.

Das war, kurz und knackig, mein Nährückblick.
ABER ich habe noch eine kleine Ankündigung für euch: Ich habe mich dazu entschlossen die verwaiste Rubrik "Auf einen Kaffee mit...." aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwecken und freue mich, dass ich bereits im September wieder "Besuch" haben werde. Ebenso gibt es einen Beitrag im Oktober und wenn alles gut läuft habe ich auch noch lesenswerte Beiträge von wunderbaren Gastbloggerinnen und Quilterinnen im November und Dezember. Die bisherigen Beiträge findet ihr hier *klick*

Bis dahin, habt sonnige Augusttage

Judith

Donnerstag, 7. Mai 2020

(Nähen) mein Näh-April 2020

Neuer Monat, neues Glück und verflixt viel Nähzeit, so könnte man die vergangenen Wochen kurz und knapp zusammenfassen.
Aber kurz und knapp ist hier ja nicht Programm, daher gibt es wieder einen ausführlichen Monatsnährückblick.

Anfang des Monats bewarb Alyce, von blossomheartquilts, ihren neuen Quiltalong- Happy scrappy, hach wie das doch wunderbar zum Jahresthema bei den MCQs passt und wie voll doch meine Resteschublade(n) sind. Aber der Quiltalong war als Mystery ausgegeben, bedeutet, ich wusste vorher nicht was mich erwartet.
Also habe ich ein paar Blöcke abgewartet und dann beschlossen einzusteigen. Denn die gezeigten Blöcke gefielen mir so gut.





Vor Ostern habe ich endlich eine Idee umgesetzt, die ich schon seit der Coronaeinschränkungen in Angriff nehmen wollte. Kleine Mug Rugs in Lieblingsfarben für die Kolleginnen. Man verbringt dieser Tage doch deutlich mehr Zeit dabei entspannt und in Ruhe eine Tasse Kaffee oder ein anderes Getränk zu sich zu nehmen.



Seit ein paar Wochen bereits ist jemand, der mir sehr am Herzen liegt 18 Jahre alt. Also fand ich, dass es an der Zeit wäre, ihm einen Quilt zu nähen. Zum eigentlichen Geburtstag bin ich nicht fertig geworden bzw musste meine eigentliche Idee verwerfen (hier lest ihr mehr dazu *klick*) und bis zum Sommer und der ganz großen Sause wollte ich dann auch nicht warten. Also jetzt, wo ein bisschen mehr Tageszeit als Nähzeit eingeplant werden kann ging es ran an die zweite Variante.
Genäht habe ich den Quilt am Osterwochenende, so ein Lasagnequilt ist ja schon ein tolles dankbares Quiltprojekt. 
Und er gefällt auch mir auf Anhieb gut.



Und zu guterletzt gab es auch in diesem Monat wieder Beeblöcke zu nähen. Da wäre einmal die Sache mit den Flying Geese für Christiane bei der ModernCologneBee und Wonky Ecken für Ulli in der ColorBeeGermany, sowie zwei Geschenk- Blöcke für Barbara bei der Let'sBEEhere.




Außerdem galt es ein Ein-/Umzugsgeschenk fertig zu stellen, sowie ein Geburtstagsgeschenk...
Geburtstagsgeschenk... Table Topper mit dem MiniQuickCurveRuler
Einzugsgeschenk, Kissenhülle mit kostenlosem FPP "Spinning Pinwheel" von Ellis&Higgs

Alles Liebe, bleibt gesund und bis bald

Judith 

Donnerstag, 23. April 2020

(Patchwork & Quilting) ein Hoch auf den zweiten Versuch

Hallo ihr Lieben,

es begab sich zu der Zeit, dass ich den Plan schmiedete für ein Geburtstagskind in der Familie zum 18. Geburtstag einen Quilt zu nähen... Diese Idee hatte ich vergangenen November.
Der Plan: Ein Scrappy Mini Charm Quilt mit Plus Signs.

Die vorgebenen Farben waren verschiedenes Grau, Schwarz und Rot... öhm joar Rot...das sucht sich hier vergebens und wenn ist es wenig männertauglich. Also habe ich meine Beemädels der Colorbee um Stoffspenden gebeten.
Sofort wurde mir umfangreich und vielfältig geholfen und ich fing an die Stoffe auf Quilters Grid in ein schönes Layout zu bringen, der Plan war dieses Muster in einen Hintergrundstoff einzusetzen, quasi als Effekt...

Nun ja, ich war fertig, alle Teile ausgelegt, angebügelt und zu einem Teil zusammengesteppt... ich begann das Stück in den Hintergrundstoff einzusetzen. Natürlich hatte ich daran gedacht den Hintergrundstoff auch im Scrappy Muster aufzunehmen, damit es sich gut einfügen würde....
Nun ja, schnell stand fest, dass das Ergebnis zum , entschuldigt bitte, KOTZEN aussah. Eher hingehunzt, denn mit Liebe geplant. Manchmal irrt man halt und die Vorstellung im Kopf sieht in der Relalität eben nicht mehr so berauschend wunderschön aus.





Also kurz ein paar Tage geflucht und im Selbstmitleid gebadet ABER der Plan eines Quilts, den wollte ich schon doch umsetzen. Wie gut, dass ich noch nicht alle mir gespendeten roten Stoffe verarbeitet bzw zerschnitten hatte. Die liebe Ulli @feinesstöffchen hatte mir Stücke bei voller Stoffbreite geschickt. Ach was bin ich dafür dankbar und wie glücklich, denn sie passten einfach zu perfekt ins neue Projekt.

Schnell noch ein paar gut gehütete Schätzchen mit Buchstaben, Zahlen in schwarz und weiß, nebst Solids in Weiß und Grau dazu und zack stand das Farbschema. Der Plan dieses Mal: ein Jellyroll Race/ Lasagnequilt. Erstmal zugeschnitten ist dies eine wunderbar dankbare übersichtliche Quiltarbeit.



Am Osterwochenende habe ich mir endlich einen Ruck gegeben und habe mit dem Nähen begonnen. Geht etwas vorher gründlich in die Hose, hat man ja schon ein bisschen Bammel erneut einen Griff ins Klo zu machen. Aber ich wurde für meine Geduld belohnt und es entstand ein wunderschönes Quilttop... es hätte viele neue Besitzer(innen) gefunden.
Schnell das Binding dran und nach drei Tagen Arbeit war der QUilt fertig und konnte MIT ABSTAND übergeben werden. 
Ich glaube der Beschenkte hat sich gefreut. Zumindest hoffe ich es sehr, denn die Mühe war es mir für ihn mehr als wert.



Das gepatchte Top aus dem ersten Versuch wird natürlich aufgehoben und findet wohl früher oder später seine Bestimmung als Babyquilt, gekugelt wird hier überall. 

Habt ihr das auch schonmal gehabt, dass eure Quiltpläne im Kopf nicht mit der Realität vereinbar waren? Wie löst ihr sowas? 

Alles Liebe

Judith

Montag, 2. März 2020

(Nähen) mein NÄHFebruar 2020

(Werbung- durch Markennennung/Verlinkung! Das hier gezeigte Material/ Produkte wurden von mir käuflich erworben und wurden mir nicht bereit gestellt. Sollte mir Materialien oder Produkte zur Verfügung gestellt werden, ist der Post dementsprechend zusätzlich gekennzeichnet)
Hallo zusammen,

der Februar war bunt und abwechslungsreich und schön.

Bevor wir in den Februar schauen, habe ich noch einen Nachtrag für den Januar. Denn am 31.1.2020 habe ich noch diesen Posh Santa Quilt fertig gestellt. Eineinhalb Monate zu spät, aber zumindest rechtzeitig für Weihnachten zwanzigzwanzig.



Da ich in zwei Bees mitnähen, gab es diesen Monat auch zwei Beeblöcke. Zum ersten Mal, denn im Januar war ich selber Queen Bee der Modern Cologne Bee und hatte nur einen Block zu nähen.
Diesen Monat wünschte sich Antje in der Color Bee Germany diesen Tic Tac Toe Block nach einer kostenlosen Anleitung von Alyce, blossom heart quilts, mit Augenmerk auf beerigen Farben.



Und weil es gerade so schön beerig war, habe ich gleich was beeriges zum Anziehen hinterher genäht. Ein schlichtes Raglanshirt aus leichtem Jersey von Art Gallery.




Der zweite Beeblock ließ in der Post noch auf sich warten, also habe ich mir einen meiner angefangenen Quilts geschnappt. Angefangen in Form von "das Quilting muss nur zuende gebracht werden". Der French Braid, ich habe nachgeschaut, entstand im Herbst 2015, und dann lag er, dann wurde er (leider nicht gut genug) geheftet und angefangen zu quilten. Es fehlten nur noch wenige Muster, denn er war von Anfang an als Quiltmusterübungsstück gedacht.
Der fertige Quilt hat ein ungefähre Größe von 1,10m bei 1,50m. Sprich nicht so groß und er ging super unter die Maschine. 


Dann kam endlich der Beeblock an und ich habe beim obligatorischen Treffen mit den anderen MCQs den Block für Christina genöht. Fpp, pineapple auf Papier und dreifarbig. Da habe ich irgendwo den Faden verloren und der Block ist von der Anordung ein bisschen freestyle geworden....



Und dann war ja auch noch Karneval. Es gab ein Fuchskostüm für meinen Märzjungen. Dazu gab es im Februar auch bereits einen Blogpost. Ihr findet ihn hier *klick*



Die stürmischen und regnerischen Karnevalstage habe ich damit verbracht das Quilttop mit den Beeblöcken aus der Color Bee Germany fertig zu nähen...


Für den März gibt es bereits fest Nähpläne, denn der Märzjunge wird 2. Und auch ein Märzbeeblock wartet bereits ausgedruckt darauf von mir in die Tat umgesetzt zu werden.
Mal schauen, zu was ich mich sonst noch hinreißen lassen kann, beziehungsweise, was die Zeit so hergibt.

Alles Liebe

Judith

Donnerstag, 9. Januar 2020

(Patchwork- Wegweiser) die richtige Nähmaschinennadel

(Werbung- durch Markennennung/Verlinkung! Das hier gezeigte Material/ Produkte wurden von mir käuflich erworben und wurden mir nicht bereit gestellt. Sollte mir Materialien oder Produkte zur Verfügung gestellt werden, ist der Post dementsprechend zusätzlich gekennzeichnet)
 
 


Nähmaschinennadeln sind ja so eine Geschichte für sich.... Aber mal von vorne:

An Anfang meiner Nähzeit habe ich die vom Hersteller eingesetzte Nähmaschinennadel immer verwendet bis sie abbrach und dann einfach mit irgendeiner Neuen weitergenäht. Wie lange eine Nadel spitz und scharf ist, welche Stärke sie hat, das war mir erstens unbekannt und zweitens auch weniger wichtig. Hauptsache Nähen und Freude dabei haben.



Doch irgendwann begann ich mir Gedanken zu machen. Denn mal war der Stich nicht sauber, es zog sich der Stoff zusammen und beim Aufbügeln der Nähte sag man die Nähte unschön hervorstechen. Und nicht alles lässt sich mit Oberfadenspannung und erneutem Einfädeln korrigieren. Doch vieles Fragen, Üben und Lesen zahlt sich irgendwann aus.

Inzwischen weiß ich so einiges über Garn, Stoff und was die Nähmaschinennadel so damit zu tun haben. Unter anderem wechsel ich nach jedem Quilt die Nadel, ja ich werfen sie dann weg. Es sei klar gestellt, dass ich fürs Piecen der Patchworkteile eine andere Nadel verwende, als zum Quilten. Beide wandern nach einem Quilt in die Tonne.
Außerdem ich erinnere mich irgendwo gelesen zu haben und May hat so etwas auch schon erwähnt- nach sechs Stunden sollte man die Nähmaschinennadel wechseln um weiterhin ein zufriedenstellendes Ergebnis zu haben. Und seien wir mal ganz ehrlich, eine neue Nadel kostet jetzt nicht die Welt.
Das Auftrennen einer unsauberen Naht ist wiederum viel ärgerlicher und kann dem schönen Stoff (der meist bedeutend mehr gekostet hat), einen wesentlich größeren Schaden zuführen.

Nun aber ans Eingemachte....

Es gibt Nähmaschinennadeln in den Größen 70/10, 80/12, 90/14. Das sind meine meistgenutzten Größen. Ich verwende sie für ganz unterschiedliche Zwecke, aber grundsätzlich nur für Webware.

70/10 für sehr dünnen Faden, auch hier wird mit bestimmten Kürzeln die Fadendicke angegeben. 70/10- Nadeln sind super für 80wt- Garne (bei Aurifil kommen sie auf Holzspulen daher) geeignet. Das Öhr der Nadel ist klein und so kann der Faden nicht so darin herum hopsen, dickeren Garnen wird es hier jedoch schnell zu eng und sie reiben zu sehr an den Öhrrädern.
Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich mit 70er Nadeln und einem 80wt- Garn besonders die feinen Art Gallery- Stoffe wunderbar vernähen lassen ohne das nach dem Aufbügeln der Naht die Stichabstände sichtbar werden. Besonders gerne verwende ich hier die Kombi von Madeira Cotona mit Art Gallery- Stoffen, denn die Cotonagarne in dieser Stärke und in vielen Farben sind auch in Deutschland gut erhältlich, etwa beim Nähpark. 

80/12 ist für mittleres Garn. 50wt ist hier die entscheidende Nummer (das sind zum Beispiel die orangefarbenen Spulen von Aurifil). Damit nähe ich einfach alles zusammen, was normale "Webware" und Patchworkstoffe sind, außer den bereits erwähnten Art Gallerys. Somit ist eine 80er Nadel hier am häufigsten im Einsatz. Denn nicht nur vernähe ich vorwiegend Webware, ich benutze auch Garne der Stärke 50wt am häufigsten.



90/14 ist bei mir die Nadel für herkömmliches Allesnähergarn- typischerweise ist dieses Garn aus Polyester. Diese Garne sind meist dicker und da passt hier alles am besten. Außerdem verwende ich die Nadeln dieser Stärke auch zum Quilting, am liebsten mit Garn in der Stärke 40wt (grüne Spule bei Aurifil), aber es lassen sich auch 50wt- Garne als Quiltgarne damit super verarbeiten.







100/16 ist eine bei mir sehr missachtete Nadelstärke. Ja sie bietet sich hervorragend für die Arbeit mit Canvas und anderen Wohntextilien an. Auch bei der Arbeit an einer Tasche kann eine solch starke Nadel hilfreich sein. Ich verwende alternativ aber gerne Jeansnadeln, die hier ebenfalls tolle Ergebnisse erzielen und mehrere Zwecke erfüllen können. Wenn ich diese Nadelstärke doch mal verwende, dann meist in der Kombination mit Allesnähergarn, sprich Polyester.


Aber die Nadelnummern sind nur ein Kriterium... da gäbe es noch die unterschiedliche Bezeichnung auf der Verpackung.. Universal und Topstitch. Mmmhhhh, universal erklärt sich ja quasi fast von selber. Die Nadel ist universal für jeden gewebten Stoff zu verwenden.
Topstitch - auch Nachstich- Nadeln genannt, haben eine besonders scharfe Spitze und es gibt sie in allen oben bereits vorstellten Nadelstärken. Sie sind hervorragend zum Quilten, Sticken und beim Steppen durch mehrere Lagen geeignet. Ich verwende nur Topstitch- Nadeln fürs Quilten. Bevorzugt von der Firma Superior oder Organ, denn diese Nadeln sind zusätzlich titanbeschichtet und besonders haltbar. Einen interessanten Beitrag dazu gibt es auf dem englischsprachigen Berninablog.

 
Jetzt haben wir schon eine ganze Menge über Nähmaschinennadeln gelernt. Doch es gibt immernoch ein ABER.
So sind nämlich einige Stoffe beim Vernähen mit diesen Nadeln ausgeschlossen, wie etwa Jerseystoff/ Strickstoff, sehr feine Blusenstoff/ fließende Stoffe, Leder und Jeans. 
Plant man die Verarbeitung einer dieser Stoffe, so sollte man beim Nadelkauf auf der Verpackung auf die jeweilige Bezeichung schauen. Dort steht dann nicht Universal oder Topstitch, sondern etwa Jersey, Microtex (feine Stoffe), Leder oder Jeans.

Es gibt auch Nadeln mit der Bezeichnung "Anti- Glue". Diese sind für die Verarbeitung nach der Verwendung von Sprühkleber, Style-fix gedacht. An ihnen bleiben die Kleberückstände nicht kleben und es lässt sich trotz der Kleberverwendung gute Nähte erzielen.

Außerdem in meinem Nadelfundus- die "Metallic"- Nadel. Sie soll bei der Arbeit mit Metallicgarnen vor Fadenbrüchen schützen und alle Nadeln dieser Packung sind mit der Stärke 90/14 angegeben. Bei der Verwendung von diesen habe ich festgestellt, dass sich Garn und Faden gut zum Walking foot- Quilting verwenden lassen, mit dem Ergebnis beim Free Motionequilting war ich weniger begeistert. Vielleicht muss ich da aber einfach mal mit Ruhe und Muße ein wenig mehr mit Oberfadenspannung und Geschwindigkeit spielen.



Noch ein Tipp am Rande. Manche Hersteller kennzeichnen ihre verschiedenen Nadelstärken und Verwendungszwecke mit farblichen Markierung auf der Nadel. Wie etwa die Firma Schmetz.
Mit diesem Nadel- Code gibt es alles auf einen Blick.

Eine schlaue Lösung, denn mal ehrlich, wer kann abends trotz gutem Licht die eingravierte Zahlenkombination auf seiner Nadel noch lesen????

Alles Liebe

Judith

Dieser Post erschien in abgewandelter Form zuerst auf dem Blog der Modern Cologne Quilters 

Freitag, 1. Februar 2019

(Patchwork/Quilting) mein NÄH- Januar 2019

Ihr Lieben,

die Zeit ist nur so dahin gesaust. Saß ich doch gefühlt gestern morgen noch total übernächtigt von der Silvesternacht mit meiner Kaffeetasse auf dem Sofa... Aber nein, wir schreiben heute schon den 1. Februar und natürlich sitze ich auch heute hier mit der Kaffeetasse und schaue in einen grauen Winterhimmel, aber die letzten 31 Tage, die ersten 31 in 2019, waren schon wieder gefüllt mit soviel Leben, Vorsätzen und schönen und auch ein paar traurigen Momenten. So spielt eben das Leben.

Wenn ich so auf die Tage zurück schaue, dann habe ich doch sehr viel Zeit an der Nähmaschine gehabt. Mein Beequilt 2018, der Belugaquilt ist fertig geworden.



Außerdem habe ich mein BerninaTriangleQAL- Quilttop fertig, das kann dann als nächstes gequiltet werden. Darauf freue ich mich schon sehr.



Ihr seht, ich bin weiter fleißig an der UFO- Front. Gleichzeitig war ich aber auch dem neuen Motto gemäß, Sew your Stash, fleißig.
Hier hätte ich eine fertige Jane Market Bag zu verbuchen, mein Januarbeutel sozusagen und das Probenähen für Allison von Campbell Soup Diary ist in vollem Gang, die Stoffauswahl natürlich aus meinen Stash.




Dann habe ich insgesamt vier Loopschals genäht. Desweiteren von der Bekleidungsfront habe ich bei der Neuorganisation meines Stofflagers ein bereits zugeschnittenes Herrenshirt gefunden und ein schnelles Raglan für mich habe ich ebenfalls in Angriff genommen.



Der Januar hat richtig Lust gemacht auf mehr. Mehr Streichelstöffchen aus meinem Fundus in wunderbare Projekte zu verwandeln. Die Ideen sprudeln, jetzt noch die Zeit finden für Nähzeit.

Ein Projekt was ich beinahe komplett unterschlagen hätte ist mein #iheartyou Quilttop. Genäht während des kurzweiligen SewAlongs auf Instagram von ThenCameJune und PenAndPaperPatterns. 



Der Februar bringt neue Möglichkeiten. Manche sieht man nicht auf den ersten Blick, aber sie werden da sein und dann ist die Dankbarkeit, Freude und Entspannung garantiert.

Gerne möchte ich dich an diesem Punkt noch einladen an einer Instachallenge zum Thema #ichliebemeinenstash2019 teilzunehmen, welche heute startet. Wenn du ebenfalls in diesem Jahr den Stoffabbau vorantreiben willst, dann sei doch gerne dabei.



Bis bald

eure Judith