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Dienstag, 17. November 2020

(Patchwork- Wegweiser) die Sache mit dem Garn

(Werbung- durch Markennennung/Verlinkung! Das hier gezeigte Material/ Produkte wurden von mir käuflich erworben und wurden mir nicht bereit gestellt. Sollte mir Materialien oder Produkte zur Verfügung gestellt werden, ist der Post dementsprechend zusätzlich gekennzeichnet)

Ihr Lieben,

lang lang ist's her, dass ich euch einen Beitrag zu meiner Reihe Patchwork- Wegweiser veröffentlicht habe. Aber gut Ding will Weile haben, gut recherchiert oder ausprobiert sein und für euch den entsprechenden Mehrwert haben. 



Es gibt nichts, in meinen Augen, worüber man soviel diskutieren/philosphieren und ausprobieren kann, wie Garn. Garn ist nicht gleich Garn. Schon klar und trotzdem kommt immerwieder die Frage "kann ich denn nicht einfach DAS hier für alles nehmen?". Ganz ehrlich: NEIN, dass kannst du nicht. Du würdest aber sicher auch kein Caprese (Tomate- Mozzarella) mit Sonnenblumenöl essen wollen, oder? 

Genauso ist es mit Garn. Garn ist wie gutes Öl. Es muss zur jeweiligen Arbeit passen. Auch hier gibt es manchmal unterschiedliche Arbeitsschritte, also muss dann angepasst werden, damit es stimmig ist. 
Dann lasst uns doch mal schauen, was es so gibt...

ALLESNÄHER- meist ein mitteldickes Polyestergarn, welches es von beinahe allen Herstellern gibt, no name oder doch recht bekannt. Ich verwende am liebsten Garne von ALTERFIL (ALTERFIL S 120) und GÜTERMANN (ALLESNÄHER), sowie von METTLER (SERALON). Ebenfalls ist das Universalgarn der Stoffladenkette STOFF&STIL zu empfehlen.
Dieses Allesnähergarn verwende ich ausschließlich zum Absteppen von Nähten auf Jersey, Sweatstoffen und für das Nähen von Taschen und Reißverschlusstäschlein, wo schon der Stoff eine gewisse Struktur/Rubustheit mitbringt- etwa Canvas oder auch Leinen. Außerdem wähle ich es für das Annähen von Knöpfen per Hand.
Für Patchworkarbeiten ist es eigentlich schon zu dick, außerdem recht fest und rau in der Beschaffenheit. Lasst mal einen Faden dieser Garngruppe bei geschlossenen Augen durch den Finger laufen und dann als Kontrast mal einen Baumwollfaden bzw. einen anderen weicheren Garnfaden. Ihr werdet den Unterschied fühlen. 
Allesnäher- Garne haben außerdem die Eigenschaft schon etwas "fusselig" vom Anblick her zu sein. Die Garne dieser Gruppe reiben dann sehr am Stoff, was bei einem viel bewegten Gegenstand wie einem Quilt wohl auch nicht gewollt sein kann. 
 

 

Und womit nähst du dann Jersey, Sweat und andere Bekleidungsstoffe zusammen?- werdet ihr jetzt fragen... Da ich eine Overlock besitze, nähe ich elastische Bekleidungsstoffe mit 

BAUSCHGARN- ich zitiere hier mal den Satz aus dem Nähratgeber vom Nähpark "Bauschgarn besteht aus texturiertem Polyester und wird nicht verzwirnt. Daher ist es weicher als normales Garn. Auch wenn es für dehnbare Nähte verwendet wird, ist die einzelne Faser in sich nicht dehnbar." 

Ganz wichtig: es ist weicher, der Faden an sich legt sich somit besser in die Naht und reibt nicht so sehr am Stoff. Mein Favorit in der riesigen Auswahl dieser Bauschgarne ist das Madeira Aeroflock. 
Tipp: Wer wenig Bekleidung näht und/oder nicht über eine Overlock/Coverlockmaschine verfügt, der kauft sich je eine große Garnrolle Bauschgarn in den gängisten Farben. Für mich muss es ein heller Sandton sein, Mittelgrau, sowie ein dunkles Blau. Mit diesen drei Farben kommt man lange hin und man hat einen passenden Farbton für helle (Sand), mittlere (Grau) und dunkle (Blau) Stoffe. 
 
 
 
Außerdem gibt es auf dem Markt eine große Zahl unterschiedlich dicker Baumwoll- und Polyestergarne... für die spezielleren Zwecke. In meinem Garnschrank herrscht ein große Auswahl besonders an Baumwollgarnen.
Es gibt sie in unterschiedlichen Stärken, vorrangig in bester Qualität aus dem Hause Aurifil, aber es gibt inzwischen ein paar gute Alternativen... aber schauen wir uns erstmal den Marktführer an. 

AURIFIL ist eine italienische Firma. Sie führen Garne aus 100% mercerisierter ägyptischer Baumwolle in den Stärken




80- Holzspule
Dieser Faden ist besonders dünn und fein. Aber trotzdem sehr reißfest. Ich vernähe mit dieser Garn-Stärke bevorzugt feiner gewebte Patchworkstoffe, sprich Stoffe aus dem Hause Art Gallery fabrics und Michael Miller. Die optimale Nähmaschinennadel für dieses Garn ist eine Universalnadel der Stärke 70/10. Ebenfalls nutze ich es sehr gerne fürs Annähen des Bindings. Hier ist der Faden so fein und beinahe unsichtbar, dass die fertigen handgenähten Stiche des Bindings hinterher nicht auffallen. Fürs Binding habe ich aber noch eine Alternative, dazu weiter unten mehr. 


50/2- orangefarbene Spule
Dieses Garn verwende ich am häufigsten für alle Arbeit mit aller Art von Patckworkstoffe und normalfesten Baumwollstoffen in der Kombination mit einer Nähmaschinennadel der Stärke 80/12. 

40/2- grüne Spule 
Dieses Garn kommt schon deutlich fester und robuster daher. Dieses Garn verwende ich gerne beim Quilten an der Maschine. Hierbei kommen die Quiltlinien gut zum Ausdruck, nehmen der Patchworkarbeit aber nicht vollends den Blick. Ich verwende es mit einer 80/12 oder 90/14- Nadel.

12/2 - rote Spule 
Dieses sehr feste Garn bietet sich an um ein grobes Stichbild und erhabene Stiche an der Maschine zu quilten. Die Optik und Haptik geht schon in Richtung eines dünnen Stickgarns. Es lässt sich mit einer 90/14 oder 100 Nähmaschinennadel vernähen oder mit einer passend dicken Nadel als Handquiltgarn verwenden. 

28/2- graue Spule
Das Garn liegt "gewichtstechnisch" zwischen dem 40/2 und 12/2. Mittlere Dicke, die noch nicht so sehr "aufträgt" wie das Garn auf den roten Spulen. Bisher besitze ich Garne dieser Stärke nur und habe sie noch nicht verwendet. Ich kann mir gut vorstellen, dass es als Steppgarn auf einer Tasche oder entlang des Reißverschlusses eine gute Figur macht. 
 

Baumwollgarne anderer Hersteller...

 
Vor einer Weile bin ich zufällig auf die Reihe "Cotona Madeira" von Madeira aufmerksam geworden. Offiziell steht auf den Garnspulen "Stickgarn", aber es lässt sich eben so prima vernähen, wie die Garne des Marktführers. Die Garne werden alle in Deutschland aus 100% ägyptischer Baumwolle hergestellt und es gibt sie ebenfalls in unterschiedlichen Stärken.
Lediglich bei der Farbvielfalt von Aurifil können sie bisher nicht so mithalten. Aber das könnte ja noch werden... zugegeben finde ich außerdem das "Erkennungsmerkmal" der verschiedenen Garnstärken bei Aurifil einen gelungenen Schachzug. Kein lästiges Suchen im kleinen Klebeettikett auf der Spule selber.... ABER ich schweife ab. 

Also COTONA MADEIRA- gibt es in den Stärken 30, 50 und 80. Die Stärken 50 und 80 verwende ich genauso wie das Garn von Aurifil in der gleichen Stärke und es gibt weder optisch, noch in der Handhabung einen erkennbaren Unterschied. Stärke 30 würde ich, laut Beschreibung des Herstellers, als Alternative für 40/2 von Aurifil verstehen. Kann mir hier aber kein Urteil erlauben, da ich dieses Garn bisher nicht erworben und ausprobiert habe. 



Weitere Unterschiede zwischen den Herstellern gibt es aber allemal. Nicht zuletzt im Preis. So kosten 200m des 80er Garns Cotona Madeira im Schnitt 6 Euro, während die gleiche Lauflänge bei Aurifil im Schnitt mindestens 2 Euro teurer zu haben ist. Auch 1000m des COTONA MADEIRA 50 sind schon für 6 Euro zu bekommen. AURIFIL 50 kostet hier für 1300m mal eben 9 Euro. 
Das alles soll jetzt kein Wegwerben von Bekanntem und Geliebtem sein. Wie oben bereits beschrieben, liebe ich die Farbvielfalt und Nuancen, welche ich beim Italiener bekomme.... ABER man kann ja manchmal auch Weiß in gleicher Qualität und Lauflänge erwerben und es bleibt noch Geld für das ein oder andere Fat Quarter mehr im Portemonnaie.... nur das mal als Überlegung. 
Bevor ich es vergesse: Auch von COTONA MADEIRA gibt es solche tollen Farbboxen, in welchen Garne in bestimmten Farbgruppe liebevoll zusammengestellt sind. 

Auch ja und dann wären da natürlich noch die tollen Polyesteralternativen zum Quilten und Patchworken...

SUPERIOR THREADS 

Als feiner Unterfaden beim Quilten eignet sich beispielsweise die Reihe "THE BOTTOM LINE"- aus dem Hause SUPERIOR THREADS. 
Dieses Garn wird mit der Stärke 60wt angegeben. Ich finde es ist vergleichbar mit Baumwollgarnen der Stärke 80. 



Bei Superior Threads- einem US- amerikanischen Garnunternehmen gibt es noch weitere tolle Polystergarne...

MAGNIFICO- ein strahlend, nein glänzendes Quiltgarn in der Stärke 40. Sprich eine tolle, brillantglänzende Alternative zum Baumwollgarn von Aurifil auf der grünen Spule. Tipp vom Hersteller (steht sogar auf dem Etikett): Nutze zum Vernähen eine 90/14 Topstitch Nadel. Übrigens führt Superior Threads gleich die passenden Top Stitch Nadeln im Sortiment....
Aber keine Sorge, das Garn ist auch mit einer Universal 90/14 Nadel sehr glücklich und macht einen guten Eindruck. 

SO FINE- die Stärke wird mit 50wt angegeben. Sprich es ist das perfekte Garn zum Piecen (zusammennähen von Patchworkarbeiten). Ich weiß, dass einige von meinem Quiltmädels lieber auf dieses Polyestergarn setzen, da es deutlich "robuster" beim Vernähen ist, als manchmal der Baumwollfaden. Die Nähte sehen jedenfalls hiermit auch sensationell aus. Ich habe nur irgendwie vergessen nach meiner ersten Spule Nachschub zu kaufen... 

Zuguterletzt möchte ich euch noch meinen Favoriten unter den unsichtbaren Garnen vorstellen. Ein Garn aus 100% Nylon, bisher konnte noch keine Baumwolle unsichtbar und durchscheinend sein...

WONDER INVISIBLE THREAD von YLI. Dieses komplett transparente Nähgarn ist perfekt geeignet zum Applizieren auf der Nähmaschine. Es lässt sich wunderbar auch in der Unterspule verwenden und macht ein tolles Stichbild. Ich habe es für die Applikationarbeiten an meinem "Clarity" , sowie "London Nights"- Quilt verwendet. Außerdem habe ich meinen "Jungle Abstraction- the Lion" damit gequiltet. (Die Quilts könnt ihr unter "Meine Quilts" in Augenschein nehmen).

 




Andere ausprobierte Nylongarne, die für solche Zwecke im Handel erhältlich sind, sind steif und fest und brechen alle Nase lang. Außerdem sind sie eine "Gefahr" für jede Unterspule. Man verbringt hinterher mehr Zeit damit, das grässliche Zeug aus allen Ecken unterhalb des Nähtransports zu pulen, als zu nähen. So kann und soll das doch wohl nicht sein...

Ich denke und hoffe, dass ich euch jetzt alle- für mich- gängigen Garnarten/Stärken und Hersteller ein bisschen sinnvoller erläutern konnte und ihr nach dem Lesen hier ein wenig "schlauer" an eure Garnwahl herangeht.   

Ich hoffe doch ihr seid soweit mitgekommen? Sind Fragen offen geblieben oder entstanden? Dann lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen. 

Fröhliche Nähzeit und allzeit ein gutes Stichbild

 Judith

Donnerstag, 9. Januar 2020

(Patchwork- Wegweiser) die richtige Nähmaschinennadel

(Werbung- durch Markennennung/Verlinkung! Das hier gezeigte Material/ Produkte wurden von mir käuflich erworben und wurden mir nicht bereit gestellt. Sollte mir Materialien oder Produkte zur Verfügung gestellt werden, ist der Post dementsprechend zusätzlich gekennzeichnet)
 
 


Nähmaschinennadeln sind ja so eine Geschichte für sich.... Aber mal von vorne:

An Anfang meiner Nähzeit habe ich die vom Hersteller eingesetzte Nähmaschinennadel immer verwendet bis sie abbrach und dann einfach mit irgendeiner Neuen weitergenäht. Wie lange eine Nadel spitz und scharf ist, welche Stärke sie hat, das war mir erstens unbekannt und zweitens auch weniger wichtig. Hauptsache Nähen und Freude dabei haben.



Doch irgendwann begann ich mir Gedanken zu machen. Denn mal war der Stich nicht sauber, es zog sich der Stoff zusammen und beim Aufbügeln der Nähte sag man die Nähte unschön hervorstechen. Und nicht alles lässt sich mit Oberfadenspannung und erneutem Einfädeln korrigieren. Doch vieles Fragen, Üben und Lesen zahlt sich irgendwann aus.

Inzwischen weiß ich so einiges über Garn, Stoff und was die Nähmaschinennadel so damit zu tun haben. Unter anderem wechsel ich nach jedem Quilt die Nadel, ja ich werfen sie dann weg. Es sei klar gestellt, dass ich fürs Piecen der Patchworkteile eine andere Nadel verwende, als zum Quilten. Beide wandern nach einem Quilt in die Tonne.
Außerdem ich erinnere mich irgendwo gelesen zu haben und May hat so etwas auch schon erwähnt- nach sechs Stunden sollte man die Nähmaschinennadel wechseln um weiterhin ein zufriedenstellendes Ergebnis zu haben. Und seien wir mal ganz ehrlich, eine neue Nadel kostet jetzt nicht die Welt.
Das Auftrennen einer unsauberen Naht ist wiederum viel ärgerlicher und kann dem schönen Stoff (der meist bedeutend mehr gekostet hat), einen wesentlich größeren Schaden zuführen.

Nun aber ans Eingemachte....

Es gibt Nähmaschinennadeln in den Größen 70/10, 80/12, 90/14. Das sind meine meistgenutzten Größen. Ich verwende sie für ganz unterschiedliche Zwecke, aber grundsätzlich nur für Webware.

70/10 für sehr dünnen Faden, auch hier wird mit bestimmten Kürzeln die Fadendicke angegeben. 70/10- Nadeln sind super für 80wt- Garne (bei Aurifil kommen sie auf Holzspulen daher) geeignet. Das Öhr der Nadel ist klein und so kann der Faden nicht so darin herum hopsen, dickeren Garnen wird es hier jedoch schnell zu eng und sie reiben zu sehr an den Öhrrädern.
Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich mit 70er Nadeln und einem 80wt- Garn besonders die feinen Art Gallery- Stoffe wunderbar vernähen lassen ohne das nach dem Aufbügeln der Naht die Stichabstände sichtbar werden. Besonders gerne verwende ich hier die Kombi von Madeira Cotona mit Art Gallery- Stoffen, denn die Cotonagarne in dieser Stärke und in vielen Farben sind auch in Deutschland gut erhältlich, etwa beim Nähpark. 

80/12 ist für mittleres Garn. 50wt ist hier die entscheidende Nummer (das sind zum Beispiel die orangefarbenen Spulen von Aurifil). Damit nähe ich einfach alles zusammen, was normale "Webware" und Patchworkstoffe sind, außer den bereits erwähnten Art Gallerys. Somit ist eine 80er Nadel hier am häufigsten im Einsatz. Denn nicht nur vernähe ich vorwiegend Webware, ich benutze auch Garne der Stärke 50wt am häufigsten.



90/14 ist bei mir die Nadel für herkömmliches Allesnähergarn- typischerweise ist dieses Garn aus Polyester. Diese Garne sind meist dicker und da passt hier alles am besten. Außerdem verwende ich die Nadeln dieser Stärke auch zum Quilting, am liebsten mit Garn in der Stärke 40wt (grüne Spule bei Aurifil), aber es lassen sich auch 50wt- Garne als Quiltgarne damit super verarbeiten.







100/16 ist eine bei mir sehr missachtete Nadelstärke. Ja sie bietet sich hervorragend für die Arbeit mit Canvas und anderen Wohntextilien an. Auch bei der Arbeit an einer Tasche kann eine solch starke Nadel hilfreich sein. Ich verwende alternativ aber gerne Jeansnadeln, die hier ebenfalls tolle Ergebnisse erzielen und mehrere Zwecke erfüllen können. Wenn ich diese Nadelstärke doch mal verwende, dann meist in der Kombination mit Allesnähergarn, sprich Polyester.


Aber die Nadelnummern sind nur ein Kriterium... da gäbe es noch die unterschiedliche Bezeichnung auf der Verpackung.. Universal und Topstitch. Mmmhhhh, universal erklärt sich ja quasi fast von selber. Die Nadel ist universal für jeden gewebten Stoff zu verwenden.
Topstitch - auch Nachstich- Nadeln genannt, haben eine besonders scharfe Spitze und es gibt sie in allen oben bereits vorstellten Nadelstärken. Sie sind hervorragend zum Quilten, Sticken und beim Steppen durch mehrere Lagen geeignet. Ich verwende nur Topstitch- Nadeln fürs Quilten. Bevorzugt von der Firma Superior oder Organ, denn diese Nadeln sind zusätzlich titanbeschichtet und besonders haltbar. Einen interessanten Beitrag dazu gibt es auf dem englischsprachigen Berninablog.

 
Jetzt haben wir schon eine ganze Menge über Nähmaschinennadeln gelernt. Doch es gibt immernoch ein ABER.
So sind nämlich einige Stoffe beim Vernähen mit diesen Nadeln ausgeschlossen, wie etwa Jerseystoff/ Strickstoff, sehr feine Blusenstoff/ fließende Stoffe, Leder und Jeans. 
Plant man die Verarbeitung einer dieser Stoffe, so sollte man beim Nadelkauf auf der Verpackung auf die jeweilige Bezeichung schauen. Dort steht dann nicht Universal oder Topstitch, sondern etwa Jersey, Microtex (feine Stoffe), Leder oder Jeans.

Es gibt auch Nadeln mit der Bezeichnung "Anti- Glue". Diese sind für die Verarbeitung nach der Verwendung von Sprühkleber, Style-fix gedacht. An ihnen bleiben die Kleberückstände nicht kleben und es lässt sich trotz der Kleberverwendung gute Nähte erzielen.

Außerdem in meinem Nadelfundus- die "Metallic"- Nadel. Sie soll bei der Arbeit mit Metallicgarnen vor Fadenbrüchen schützen und alle Nadeln dieser Packung sind mit der Stärke 90/14 angegeben. Bei der Verwendung von diesen habe ich festgestellt, dass sich Garn und Faden gut zum Walking foot- Quilting verwenden lassen, mit dem Ergebnis beim Free Motionequilting war ich weniger begeistert. Vielleicht muss ich da aber einfach mal mit Ruhe und Muße ein wenig mehr mit Oberfadenspannung und Geschwindigkeit spielen.



Noch ein Tipp am Rande. Manche Hersteller kennzeichnen ihre verschiedenen Nadelstärken und Verwendungszwecke mit farblichen Markierung auf der Nadel. Wie etwa die Firma Schmetz.
Mit diesem Nadel- Code gibt es alles auf einen Blick.

Eine schlaue Lösung, denn mal ehrlich, wer kann abends trotz gutem Licht die eingravierte Zahlenkombination auf seiner Nadel noch lesen????

Alles Liebe

Judith

Dieser Post erschien in abgewandelter Form zuerst auf dem Blog der Modern Cologne Quilters 

Montag, 4. November 2019

(Patchwork- Wegweiser) Hilfreiche Nähhelfer

(Werbung- durch Markennennung/Verlinkung! Das hier gezeigte Material/ Produkte wurden von mir käuflich erworben und wurden mir nicht bereit gestellt. Sollte mir Materialien oder Produkte zur Verfügung gestellt werden, ist der Post dementsprechend zusätzlich gekennzeichnet

 
Genaues Arbeiten und Zuschneiden sind das A und O beim Patchworken und Quilten, wie ich schnell fest stellte. Gut, dass es die ein oder anderen Helferlein zu erwerben gibt, welche die Arbeit ein wenig erleichtern. 
Heute stelle ich euch meine nützlichsten Nähhelfer vor, die mir zu Anfang viele geholfen haben. 
 


1 Rollschneider mit Schneidematte:

Ich besitze drei verschiedene Rollschneider, einfach weil es so viel bequemer ist, verschiedene Klingen verwenden zu können, ohne sie, je nach Gebrauch, wechseln zu müssen.

Mit der welligen Klinge schneide ich gerne Streifen im Stoffbruch, mit der einfachen Klinge große Quadrate und Dreiecke, sowie die einzelnen Blöcke nach. Ebenfalls nutze ich die einfache Klinge für die Streifen des Bindings.

Meine Schneidematte hat eine selbstheilende Oberfläche und kann je nach Bedarf gewendet werden, da sie eine inch und eine cm- Rasterung hat. Meine Schneidematte ist 90cm x60cm groß.


2 Lineale

Lineale gibt es quasi für jedes Quiltmuster zu erwerben. Am Anfang reicht jedoch ein großes Lineal
60cm x 15cm (wenn man beim metrischen System bleiben will) sonst eines mit 24"x6" Inch, sowie ein quadratisches 15cm x15cm/ 6 1/2" x 6 1/2" inch, vollkommen aus. Hiermit lassen sich die wichtigsten Stoffschnitte fürs Patchworken arbeiten.
Das große Lineal ist bei mir im Dauereinsatz. Durch seine Länge kann (auf einer entsprechend großen Schneidematte) über die komplette Stoffbreite geschnitten werden, denn gute Patchworkstoffe liegen nur 110cm breit.


3 Clover Wonderclips

Diese sehr praktischen Klämmerchen sind eine wahnsinnig Arbeitserleichterung. Ich nutze sie bevorzugt beim Annähen des Bindings und für Schrägband. Kein lästiges Stecknadeln stecken und sie halten, dort wo sie angeklippt wurden einfach fest. Ebenfalls sehr praktisch, lässt sich damit Bündchen an Kleidung heften.
Es gibt sie in unterschiedlicher Menge zu kaufen, jedoch reicht für den Anfang ein 10er- Set völlig aus.


4 Quiltsicherheitsnadeln...

... haben einen Knick in der Optik. Nein, mal ganz im Ernst, sie sind leicht gebogen und lassen sich dadurch prima durch mehrere Stofflagen heften, ohne dabei Löcher im Stoff zu hinterlassen. Zusätzlich zum Heften mit Nadel und Faden nutze ich sie, um alle Lagen eines Quilts während des Quiltens zusammenzuhalten.


5 lange dünne Stecknadeln, sogenannte Quiltnadeln

Diese Stecknadeln haben einen besonders flachen Kopf. Außerdem sind sie länger als übliche Stecknadeln. Bei kleinen Patchwork- und Quiltprojekten, wie etwa einem Tischset nutze ich diese um meine drei Lagen fürs Quilten zu heften.


Ich hoffe, ich konnte euch einen ersten Überblick über meine Lieblings- Nähhelfer und ihre Funktionen verschaffen. Welche Nähhelfer verwendet ihr bereits?

Alles Liebe

Judith

Dienstag, 27. Februar 2018

(Patchwork- Wegweiser) Quilts waschen ohne Disaster

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Manchmal passieren einem Sachen, über die könnte man sich anschließend Schwarz ärgern. Nur, dass das ganze Schwarz ärgern auch nicht hilft.
Aber von vorne. Vor ein paar Monaten habe ich endlich meinen Beequilt aus dem vergangenen Jahr fertig gestellt. Dauert ja immer was bis frau sich entschieden hat, wie sie gerne quilten würde.
Nachdem ich fröhlich, glücklich das Binding vollendet hatte, wanderte der Quilt... wie alle meine Quilts erstmal in die Waschmaschine. Wie immer mit einem Schwung Farbschutzfängertücher und Waschmittel, bei 30°C Feinwäsche. So wie alle Quilts vor ihm auch.
Als ich dann freudig in die Maschine griff und den frisch gewaschenen Quilt hervor holte, traf mich dann der Schlag. Flecken... überall gelbe Flecken. Ich war entsetzt.



Eine schnelle Korrespondenz mit den anderen MCQs- Ruhe bewahren und direkt nochmal waschen, bloss nichts trocken werden lassen. Das habe ich dann auch gemacht. Noch weitere drei Mal. Aber irgendwie auf den Bauch hörend schon ohne Waschmittel, aber weiter mit immer neuen Tüchern, mit jedem Waschgang wurden die Flecken weniger. Nach Runde Drei dann völlig verschwunden.

Da ich keine wirklichen Grund für mein Problem ausmachen konnte (schließlich war es x-Mal gut gegangen) , aber gerne in Erfahrung bringen wollte, wie andere ihre Quilts retten bzw. vorbeugen, dass solche Sachen passieren, hab ich mich hier und da und dort ein wenig eingelesen und habe ein paar neue Dinge erfahren:

In der Love Patchwork & Quilting (dt. Ausgabe 04/2015) schreibt Jeni Baker über die Sache mit den verfärbten Quilts nach dem Waschen und nennt folgende hilfreiche Tipps:
- wasserlösliche Markierungen vor dem Waschen mit kaltem Wasser entfernen, da sie andernfalls mit dem Waschmittel reagieren
- nach dem fertig Einfassen den Quilt in einem kurzen Waschgang mit kaltem Wasser und wenig Waschpulver, dass parfüm- und farbstofffrei ist waschen,
- zum ersten Waschgang eine halbe Tasse Salz hinzufügen, damit die Stoffe nicht ausbluten
- nach dem Waschen den feuchten Quilt nach Flecken, Verfärbungen untersuchen, denn sobalb er getrocknet ist, sind diese Probleme schwerer zu retten.

Eine sehr detaillierte Zusammenfassung, wie sie ihre Quilts wäscht, hat Nina auf ihrem Blog Inch-Art geschrieben.



Beim Besuch des Drogeriemarktes bekam ich ein Gespräch mit, bei welcher eine Kundin der Verkäuferin ihr Leid über eine verfärbte neue Bettwäsche klagte. Die Verkäuferin fragte, welches Waschpulver/Gel die Kundin verwendet habe und welche Farbe der Stoff vor dem Waschen gehabt habe. Die Kundin teilte mit, dass sie einen pastellblauen Stoffe gehabt habe, ihn mit Colorwaschmittel gewaschen habe.
Die Verkäuferin gab darauf hin folgenden Tipp:
- helle Stoffe nicht mit Colorwaschmittel waschen, da sie Farbstoffe enthalten und mit Resten von Chemikalien zur Behandlung des Stoffes reagieren können und unschöne Flecken verursachen.
- stattdessen auf ein Vollwaschmittel zurückgreifen, dieses enthält statt Farbstoff Bleiche und erzielt eher ein Auswaschen der Chemikalien und überschüssiger Farbe, denn der Reaktion mit eben diesen.

Das war für mich das Aha- Erlebnis, denn auch mein Quilt war hell, durch Batting, Bastingspray mögliche Chemikalien, die reagieren konnten vorhanden und auch ich hatte Colorwaschmittel verwendet.

Abschließend sei gesagt, dass ich meine Stoffe grundsätzlich NICHT vorwasche, aber bisher habe ich mit dieser Strategie nie Probleme gehabt und werde diesen Prozess auch beibehalten.

Habt ihr noch weitere Tipps, Erfahrungen zum Waschen eurer Quilts?

Alles Liebe

Judith

dieser Post erschien zuerst auf dem Blog der Modern Cologen Quilters

Donnerstag, 15. Februar 2018

(Patchwork- Wegweiser) BEE- taugliche Beeblöcke

(Werbung- durch Markennennung/Verlinkung! Das hier gezeigte Material/ Produkte wurden von mir käuflich erworben und wurden mir nicht bereit gestellt. Sollte mir Materialien oder Produkte zur Verfügung gestellt werden, ist der Post dementsprechend zusätzlich gekennzeichnet)


Ich hatte es im Vorstellungspost zu meinem diesjährigen Beeblock schon erwähnt. Nicht jeder Patchworkblock eignet sich dazu als Beeblock in einer Bee verschickt zu werden. Teil einer Bee zu sein ist also ein tolles Geschenk und Herausforderung zugleich. Ich schätze es sehr, dass ich in den letzten beiden Jahren so viele verschiedene Blöcke ausprobieren konnte, ohne dass ich unbedingt selber einen kompletten solchen Quilt haben bzw. nähen muss.

ein kleiner Überblick auf bereits genähte Beeblöcke oder Beetaugliche Blöcke

Besonders für Patchworkanfänger (zwei Quilts und das Ausprobieren einiger Quilttechniken für Tischläufer, Kissenhüllen ist eine Mindestvoraussetzung für die Teilnahme in einer Bee finde ich, sowie die Bereitschaft sich ins Thema einzulesen, zu informieren und sauber zu arbeiten) ist es eine Möglichkeit ihr Können, Wissen und die Technikerfahrung zu erweitern.
Gerade wenn man in die tieferen Gefilde des Patchwork eintauchen möchte, aber auch wenn man schon so einige Patchworkerfahrung hat, ist dann die Auswahl eines passenden Blockes eine Herausforderung. Ich versuche heute mal einen kleinen Fahrplan für Beeblöcke zu geben.

Beetaugliche Blöcke 


Passende Blöcke sind in jedem Fall viele der traditionellen Blöcke, etwa

Churn Dash, Log Cabin, Maple Leaf, Pinwheel, Bears Paw sowie jegliche Art an Sternen von April Star, Ohio Star, Friendship Star- um nur einige zu nennen (hinter jeden der erwähnten Blöcke, habe ich euch einen Link zu einem Tutorial des jeweiligen Blocks hinterlegt, einfach auf den Namen des Blocks klicken).


Churn Dash

Log Cabin


April Star- Block

Außerdem bieten sich einfach immer schnelle Dreiecke an- die sogenannten HSTs. Da kann die Beekönigin selber entscheiden, ob sie sich nur die viele Arbeit bei der Herstellung der HSTs abnehmen lässt und das Top selber aus allen Einzelteilen zusammensetzt, oder eine Skizze, wie die Blöcke anzuorndnen sind, mitschickt.



Neben den gerade erwähnten HSTs, kämen dann noch Flying Geese in Frage. Auch hier ist wie bei den schnellen Dreiecken viel Spielraum für die Wünschende gegeben, denn sie können zu einem sogenannten "Flying Dutchmen/ Dutchmen Puzzle" als fertiger Block gearbeitet werden, machen aber auch in Reihen oder lose eine gute Figur.

Gerade erst in Januar hat sich gezeigt, dass auch die 100 modern blocks aus Tula Pinks "City Sampler" Beetauglich sind. Zwar hat hier die Beekönigin einiges an Schneidevorarbeit, aber die Blöcke sind fix genäht und einfach in der Handhabung. Natürlich bekommt hier jedes Beechen einen eigenen Block, kein Block gleicht dem anderen, aber auch das kann interessant sein.

Ebenfalls passt hierher auch ein Pixelblock. Die Mini Charms in Reihen zu nähen, um sie final zu einem quadratischen Block zusammen zu bringen, dass schafft jeder. Ähnlich dem Pixelblock, aber wesentlich schneller abgearbeitet, ist ein sogenannter Nine Patch, der wiederum kann ein wenig aufgewertet werden, wenn man ihn dann zum Disappering Nine Patch erweitert.

Pixelblock in Kreuzanordnung in einem Kissentop


Natürlich gibt es auch moderne Quilts, wo die Muster einzeln adaptiert werden können, wie etwa die Tulpen des Amsterdam Quilts oder die Raketen aus dem To the moon Quilt. Auch Erdbeerenblöcke oder eine fruchtige Ananas ist ein beetauglicher Block.

Tulpen "Amsterdam Quilt" free pattern von Cloud9


Natürlich könnte ich die Liste jetzt ellenlang weiter ausführen und fortführen. Einigen regelmäßigen Patchworkern fallen, ähnlich wie mir, noch hunderte von passenden Blöcken ein, doch das würde den Rahmen sprengen und nicht mehr zum weiterlesen animieren. An die Hand geben möchte ich euch als Hilfe bei der Suche nach EUREM Beeblock noch die wunderbare Sammlung der "Bee Hive" von Alyce, aka Blossom Heart Quilts. Zu jedem von ihr vorgestellten Block gibt es auch ein Tutorial.



Desweiteren hatte ich bei einem MCQ- Treffen die Möglichkeit in dieses schöne Buch über moderne/ modern interpretierte Beeblöcke einen Blick zu werfen. Einige Blöcke habe ich hier schon erwähnt, andere sind neu und spannend ausprobiert zu werden.



Nicht zu vergessen ist natürlich der ultimative Tipp sich im WWW mit den Schlagwörtern Beeblock/ToBeeaBee/ModernCologneBee/BeeHive/FleissigeBeechen/QuiltyCircleofBees etc. Anregungen und Ideen zu holen. Was andere schon mal für sich als Beeblock gewählt haben, kann auch für einen selber gut passen.

NICHT Beetaugliche Blöcke 


Weniger geeignet, sind zum Beispiel Quick Curve Ruler- Muster, denn Rundungen sind nicht jedermanns Freund und es braucht auch einiges Geschick und Geduld. Außerdem in die Kategorie "nicht tauglich" fallen Faltenblöcke, wie etwa der Cathedral Window. EPP- English Paper Piecing würde ich ebenfalls dieser Kategorie zuordnen- Ausnahme ihr seid in einer Bee wo nur EPP genäht wird- dann sind aber auch alle Teilnehmerinnen damit einverstanden.

Chic Country


Cathedral Window



EPP

Ein wenig zwiegespalten sehe ich es mit dem Pendant des EPP- dem FPP (foundation paper piecing). Da gibt es einige Blöcke die sind absolut machbar. Andere wiederum sehr arbeitsintensiv und setzten ein gewisses Können voraus. Federn sind beispielsweise machbar, ein Tannenzapfenblock nach Violet Kraft eher nicht.

Grundsätzlich würde ich sagen wollen, dass Blöcke für welche die anderen Beeteilnehmerinnen spezielle Templates/Vorlagen und Lineale brauchen nicht Beetauglich sind. Erst Arbeitsmaterial einkaufen zu müssen, um möglicherweise wirklich einmalig für eben einen Beeblock verwendet zu werden, ist ja nicht der Sinn des Ganzen.
Fühlt sich jemand durch einen Beeblock vorgestellt für welchen es noch besseres, vereinfachendes Zubehör zu erwerben gibt, dann ist es was ganz anderes, aber eben nicht der Zwang, um "mithalten" zu können.

Ein ABER

Natürlich hängt das Schwierigkeitsmaß etc. immer mit dem Können aller Beemitglieder zusammen, doch ein Block an dem die anderen das gesamte Wochenende über nähen, ist in jedem Fall nicht die richtige Wahl. In einer kleinen Diskussion mit dem anderen Modern Cologne Quiltern kam durch, dass wir finden, dass eine Arbeitszeit von 1- 1,5 Stunden für den Block nicht überschritten werden sollte. Mit Hilfe eines Probeblocks und dem Blick auf die Uhr kann man da selber vorher einschätzen, ob die eigene Auswahl stimmig ist.

Außerdem ist es nicht in Stein gemeisselt, dass alle Beechen den gleichen Block bekommen. Vielleicht könnt und möchtet ihr euch garnicht auf einen einzigen Block festlegen, dann schickt ihr jedem Beechen eben einfach einen anderen und stellt auf diese Art und Weise euren ganz persönlichen Sampler zusammen. 

Ich hoffe der kleine Eindruck konnte ein wenig weiter helfen bei einer Suche nach einem Beeblock oder der Überlegung einer Bee beitreten zu wollen.

Alles Liebe

Judith

Freitag, 30. Juni 2017

(Farbenspiel) Juni- ein Resümee und tolle Aussichten

Der Juni hat uns verwöhnt. Er zeigte sich von seiner sehr sommerlichen Seite, gerade so als ob er sich farblich passend präsentieren wollte.
Vor lauter Sommerlaune und Schwimmbadwetter waren Julia und ich nähtechnisch etwas träge. Trotzdem hat es der gelbe Monatsrückblick in sich.



Bei Julia gab es etwa dieses niedliche Bienchen nebst wabenartigem Halsschmuck zu bestaunen. Für letzteres auch eine tolle Anleitung zum Nachmachen.
Aber den Anfang machte Julias Stempelwerk, die gelben Blüten auf dem alten Bauernleinen- eine Wucht.



Apropos Leinen, dies war unsere ersten Verbindung diesen Monat zum Leinen- Sew- Along von TilliT und unter meinem Dach. Eine wunderbare Idee und auch ich habe ein erstes "Leinen trifft Gelb"- Projekt gestartet. ein zweites angefangen, was noch auf seine Vollendung wartet.



Auch in diesem Monat gab es ein wenig Patchworkwissen. Dieses Mal "Pineapple". Ein fruchtiger Block mit einer interessanten Geschichte und viele Möglichkeiten ihn zu nähen. Die Erklärung und vieles mehr findet ihr beim Patchwork- Wegweiser.



Und wo wir dann schon bei Obst waren, folgten weitere fruchtige, gelbe Projekte. Bevorzugt Taschen....


Zeitgleich mit der Farbe Gelb bei dieser Blogaktion rief Selmin bei #12coloursofhandmadefashion die Farbe Blau aus. Da wollten Julia und ich beide gerne etwas zu beitragen. Also Kompromisse finden, Möglichkeiten abstecken, Lösungen nähen. Ich finde, dass haben wir beide mit unseren Outfits geschafft.



Zu guter letzt hatten wir auch diesen Monat wieder Besuch: Frau Mesas, Handletteringqueen und Quelle der Motivation mit ihren geletterten Sprüchen war unser Gast.


Bildrechte: Frau Mesas

Wegen ihr stand diesen Monat das Giveaway unter dem Motto "Handlettering". Zu gewinnen diesmal: ZWEI Handlettering Learning Pads von Neumann- einem unserer Sponsoren beim Farbenspiel. Noch bis heute Nacht könnt ihr euer Glück versuchen. Wie erfahrt ihr bei Julia *klick*.
Bin gespannt, wie Julia den glücklichen Gewinnern die Dinger zukommen lassen will. Das sind nämlich riesig tolle Teile.

Tja und das war's irgendwie dann doch schon mit dem Monat Juni. Eine erste zarte maritime Annäherung an den Juli findet ihr bereits bei Julia...  nebenbei stellt sie euch die Besonderheit der verwendeten Stöffchen noch genauer vor.



Ahoi! Auf geht's Juli. Wir freuen uns auf dich! Adieu Juni es war schön mit dir!

Samstag, 10. Juni 2017

(Patchwork- Wegweiser) Pineapple- Patchwork eine Technikerklärung

(Werbung- durch Markennennung/Verlinkung! Das hier gezeigte Material/ Produkte wurden von mir käuflich erworben und wurden mir nicht bereit gestellt. Sollte mir Materialien oder Produkte zur Verfügung gestellt werden, ist der Post dementsprechend zusätzlich gekennzeichnet)

Die wunderbare Welt des Patchworkens ist wie ein Füllhorn. Es gibt viele verschiedene Patchworkblöcke, Abwandlungen sehr traditioneller Blöcke und die unterschiedlichsten Varianten sie zu nähen im Überfluss.



Einer dieser Blöcke heißt "Pineapple"- dt. Ananas. Dieser Block ist eine Abwandlung des "Log Cabin" dt. Blockhaus Blocks. Wer Lust hat, mehr über den Log Cabin- Block zu erfahren, findet hier meinen Bericht darüber.

gefunden auf Pinterest: diesen und viele weitere gelbe Inspirationen auf meiner Pinwand "die Farbe Gelb"

Der "Pineapple"- Block erschien nach den Log Cabin Blöcken erstmals in den 1870er Jahren. An sich ist er eine Abwandlung des traditionellen Log Cabin- Blocks, ähnlich wie "Courthouse Steps" dt. Stufen zum Gericht.
Gewöhnlich wurden die Stoffstreifen für diese Variante auf eine Stoffgrundlage genäht, meist bestand diese Grundlage aus Wolle, Seide oder Baumwolle.  Heute hat die fpp- Methode diese Grundlage aus Stoff ersetzt. Viele "Pineapple"- Blocks zusammen geben ein tolles graphische Muster (siehe oben).
Im Laufe des 20. Jahrhundert wandelte sich das Blockdesign des "Pineapple" weitestgehend. Besonders beliebt wurde es den Block zweifarbig zu nähen. Darüber hinaus wurde er auch unter den Namen "Windmill Blades" und "Maltese Cross" bekannt.



Man kann sich auch an einen "Pineapple"- Block wagen, ganz ohne Foundation. Hervorragend für ein wenig Stofffitzelverwertung. Die Anleitung für diesen Block stammt von Amanda Jean, vielen eher unter dem Namen ihres Blogs "Crazy Mom quilts" bekannt.


Alte Seefahrer- Tradition

In der Seefahrt ist es eine alte Tradition Ananas als Zeichen der Gastfreundlichkeit vor die Haustüre zu stellen.
 
Die Ananas ist das Symbol für Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit. Entdeckt wurde das Symbol,mit der Ananas an der Türe, von Immigranten in der Karibik, wo die Einheimischen diesen Brauch pflegten. Heute kann man die Ananas als Symbol in vielen Städten der Welt entdecken.

Wenn ich für das Farbenspiel immer wieder neues Wissen entdecke, mich mit ganz neuen/anderen Fragen befassen darf, dann macht es mir wahnsinnig viel Spaß. Ich hoffe, dass auch ihr euch über den Mehrwert hinter einem Thema so begeistern könnt.

Auf Gastfreundlichkeit un Herzlichkeit

Judith

verlinkt zu: Nähzeit am Wochenende und zum Farbenspiel

Samstag, 13. Mai 2017

(Patchwork- Wegweiser) Ein Cathedral Window- Kissen und die Bügelverzweiflung

(Werbung- durch Markennennung/Verlinkung! Das hier gezeigte Material/ Produkte wurden von mir käuflich erworben und wurden mir nicht bereit gestellt. Sollte mir Materialien oder Produkte zur Verfügung gestellt werden, ist der Post dementsprechend zusätzlich gekennzeichnet)

Wer im vergangenen Monat zu Ostern auf Instagram vorbeigeschaut hat, hat das Ostergeschenk für meinen Mann bereits gesehen.
Mein Mann ist bekennender Footballfan, immer im Fokus- die Pittsburgh Steelers- wie ich bereits in Verbindung mit meiner Pittsburgh- Skyline erwähnt habe.
Nun ja, irgendwann, beim x-ten Mal Betrachten des Vereinszeichens, fiel es mir wie Schuppen von den Augen... das sieht ja aus wie Cathedral Window... was folgt, kennt ihr sicher. Trotz tausend angefanger Projekte, lässt einen die Idee nicht mehr los und man will am liebsten sofort alles vom Schneidetisch fegen, um alles für diese neue Idee vorzubereiten.
Ich habe mich noch bis Mitte Januar am Riemen reißen können, dann habe ich mit dem Zuschneiden der Grundquadrate für das Muster begonnen. Erst am Bügelbrett ist mir wieder eingefallen wie besch... aufwendig und langwierig diese Patchworktechnik ist.



Nach sechs Stunden Bügellei für NEUN Quadrate hatte ich gelinde gesagt den Kaffee auf. Kurzerhand habe ich beschlossen, dass neun Stück reichen müssen. Weitere drei standen garnicht mehr zur Debatte.

Mit ein klein wenig Abstand und Erholung habe ich dann kurz vor knapp (um genau zu sein, Ostersamstag) mit dem Füllen der Fenster begonnen und sie in einer "Nacht- und Nebelaktion" eingenäht. Tückisch bei diesen Fenstern ist ja die Menge an Stecknadeln, welche man benötigt, um die Fensterrahmen alle an Ort und Stelle zu halten. Und ich greife unbewusst mindestens dreimal ordentlich zu...

Nachdem ich die Vorderseite des Kissens dann fertig gestellt hatte, wenigstens muss man sich bei der Technik keine Gedanken über Batting und Quiltmuster machen, das klärt sich hier von ganz alleine, hab ich vor Glück taumelnd überlegt, dass das doch mit gaaaanz großen Quadraten sicher doch ein schöner Quilt mit scrappy Fenstern sein könnte... wenn da nicht die Bügelei wäre.

Das wundervolle an der großen weiten internetfähigen Patchworkwelt ließ mich mehrfach über eine weniger Bügelaufwendige Methode stoßen, welche ich euch hier und heute unbedingt vorstellen mag.

Die Größe eurer Quadrate könnt ihr selber bestimmen, umso größer, umso weniger Quadrate braucht ihr hinterher. Ich habe mich für eine Ausgangsgröße von 16" inch ( ihr könnt auch in Zentimeter arbeiten bei dieser Variante) entschieden. Da geht natürlich einiges an Stoff drauf, aber wer ein großes Materiallager hat (nein, ich doch nicht ...) ist bekanntlich froh über einen automatischen Stoffabbau.



Ihr nehmt also eines eurer Quadrate und faltete es rechts auf rechts zusammen. Anschließend näht ihr beiden kurzen Seiten des vor euch liegenden Rechteckts mit 1/4" (wenn ihr mit Inch arbeitet) oder 0,75cm (wenn ihr mit Zentimeter arbeite) zu.



Nun wollen wir die gegenüberliegende lange - noch offene- Seite schließen. Dafür faltet ihr das Rechteck so, dass die bereits genähten Nähte aufeinandertreffen und steckt euch ein paar Nadeln.



Als nächstes näht ihr mit der gleichen Nahtzugabe, wie zuvor diese Seite zu. ACHTUNG: Lasst irgendwo zwischen aufeinandertreffende Nähte und Ecke eine Wendeöffnung!
Jetzt werden die Nahtzugaben ein wenig zurück geschnitten und ihr könnt euer Teil wenden. Ihr habt nun ein etwas kleineres Quadrat als zuvor.


Zum sauberen Ausarbeiten der Ecken bietet sich ein Holzstäbchen als Hilfe an...


Der Clou- die Wendeöffnung braucht nicht geschlossen zu werden. In dem ihr das gewendete Quadrat bügelt einfach darauf achten, dass die Wendeöffnung sauber geschlossen liegt. Sie verschwindet beim nächsten Arbeitsschritte komplett.


Bei diesem Quadrat werden nun nur noch die vier Seiten spitz zur Mitte hin gefaltet und in Form gebügelt und euer erstes Fenster ist fertig gebügelt und vorbereitet. 



Für ein tolles Kissen von knapp 35cm habe ich vier dieser Quadrate hergestellt. Damit sie zusammen die Kissenvorderseite ergeben, werden immer die beiden nebeneinander liegenden Stoffquadrate verbunden.



Dafür klappt ihr die beiden gegenüber liegenden Dreiecke auf. Entlang der Bügelkante näht ihr sie zusammen (dort wo ich euch Nadeln gesteckt habe)... Aschließend werden die Dreiecke in ihre ehemalige Position zurück gelegt.






Auch die unteren beiden Quadrate auf diese Weise verbinden. Nun die lange Naht zwischen oben und unten genauso herstellen.
Zu guterletzt werden in der Mitte die Spitzen der Quadrate noch festgenäht... dafür ein kleines Kreuz nähen (hier bitte unbedingt verriegeln!!!).



Nun kann das Füllen der Fenster beginnen... mehr zu Cathedral Window findet ihr bei mir übrigens hier, außerdem bei Barbara in kleiner Form (sie zeigt dort, wie man ein Cathedral Window füllen kann).

Noch ein kleiner Tipp am Rande: Wenn ihr wisst, welche Größe euer Cathedral Window- Qauadrat haben soll, so müsst ihr für meine vorgestellte Variante das Grundquadrat doppelt so groß wählen. Mein fertigen Fenster sind knapp 8" groß- 16" war meine Ausgangsgröße.

Ich wünsche euch nun ganz viel Spaß bei Cathedral Window nähen!

Alles Liebe

Judith

verlinkt zu: Modern Patch Monday, Creadienstag, HoT