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Dienstag, 15. Februar 2022

(Patchwork & Quilting) Flying Geese - ein Memoryquilt

Manchmal gibt es im Leben Anlässe, die weniger schön sind, sie kommen manchmal plötzlich und unerwartet und doch gab es Vorzeichen, dass der Abschied sich möglicherweise nicht noch ewig auf sich warten lässt. 

So einen Moment brachte das Jahr 2018 zum Abschluß noch für mich. Der Verlust, der Schmerz, die fehlende Zeit um Abschied zu nehmen und Lebewohl zu sagen nahm mich vollkommen in Beschlag. Ich brauchte etwas, woran ich mich, neben all der Erinnerungen und gemeinsam erlebten Momente festhalten konnte.

 

Schnell entschied ich mich, dass ich einen Quilt machen wollte. Ebenso wie damals für meine Sternenkinder. Die Konzentration beim Zuschnitt, Nähen und Trimmen der Blöcke wie das Zusammenfügen beruhigt mich immer ungemein und hilft mir klar zu sehen und zu erkennen, was wirklich wichtig ist. 

Das Muster war schnell entschieden. Ein Flying Geese Quilt sollte es werden. Der passte so gut zu meinem Patenonkel. Beständigkeit, Ruhe und die Sicherheit, dass alles seinen Weg gehen würde. So hart ein Winter sein kann, es kommt der Frühling und der Sommer, der Jahreszyklus kommt und geht, ganz gleich, was das Leben in diesem Moment in Flammen stehen lässt. 



Die Stoffwahl fiel auf meinen gut gehüteten Schatz "Color Theory" von Vanessa Christenson für Moda fabrics. Gelb mit Grau und Weiß. Ruhige Farben und doch das Strahlen von wärmendem Gelb.

Der Quilt brauchte seine Zeit. Mal nähte ich Blöcke bei einem Sonntagsnähtreff mit zwei Freundinnen, dann wieder für mich. Die Vollendung des Quilttops passierte beim Nähwochenende der MCQs im November 2019, das war noch vor Corona. 
Sogar die Rückseite nähte ich an diesem Wochenende fertig. Dann jedoch kam Corona, das unerwartete Coronawunder, unser Dezemberjunge in meinen Alltag gepurzelt und der neue Alltag ließ/ lässt wenig Platz für ausschweifende Näh(quilt)Abenteuer. 
Doch im Sommer 2021 holte ich die fertigen Teile aus der Schublade. Der Knoten war geplatzt, der Plan fürs Quilting stand.  

Entschieden hatte ich mich für ein Gridquilting im Hintergrund, das hatte ich bisher noch bei keinem Flying Geese Quilt gesehen. Eher wurden diese Quilts lieblich mit kurvigem Free Motion Quilting versehen. Ich wollte etwas wieder sehr charakteristisches und gradliniges haben. 







Gesagt getan, so zeichnete ich mit dem Heramarker Linien ein und begann mit dem Quilting. Seit August 2021 habe ich wöchentlich, manchmal täglich für 1-2 Stunden am Quilting gearbeitet. Seit Anfang Februar ist das Quilting endlich fertig.  Das Binding ging dafür umso schneller von der Hand. Ein paar Wochen und drei Jahre nach dem Jahrestag, als ich ihn voll Schmerz und Trauer begann. Halte ich nun den Quilt in den Händen, der für mich unverkennbar eine Verbindung darstellt. 

Vielleicht bekommt der Quilt noch ein entsprechendes Label, es wäre der erste Quilt mit einem Label bei mir überhaupt. 

Habt ihr auch schonmal einen Quilt als Erinnerung gemacht? Für euch selbst? Für andere?

Liebe Grüße

Judith


Montag, 3. August 2020

Mein NÄH- Juli 2020

Eigentlich könnte ich jeden monatlichen Nährückblick mit den gleichen Worten einleiten, denn auch der Juli ist gefühlt mal wieder nur so dahin geflogen. Ein Blick zu Beginn des Monats aufs Kalenderblatt schien er noch recht leer, füllte sich aber schnell mit Leben. Zum Beispiel einer kurzen Auszeit, die seeeehr spontan kam, und dann ist es ja mit der Pandemielage nie langweilig, weil doch alles immer ein bisschen anders bleibt und kommt als gedacht.

Und zwischen diesem anders und neu und ach, habe ich natürlich nicht vergessen zu nähen. Das entspannt immer, macht einen klaren Kopf und macht mit Freunden (im Geiste) noch viel mehr Freude.

Wie jeden Monat standen auch diesen Monat wieder ein paar Beeblöcke ins Haus. Drei an der Zahl.

Da wäre zum Einen diese Bubble in hellem Rosa für Gaby bei der Color Bee Germany.

Außerdem wünschte sich Petra einen Log Cabin Block. Die ersten Legeversuche versprechen, dass es ein ganz wunderbarer Quilt wird. 

Und Nummer drei im Bunde waren diese grünen Blöcke für May.


Im Urlaub habe ich es geschafft endlich das Binding an meinem Churn Dash Quilt fertig anzunähen.

Der Quilt entstand übrigens im Rahmen des Farbenspiels im Jahr 2017, was ich gemeinsam mit Julia von @finefabric damals auf die Beine gestellt habe. Zu jedem farblichen Monatsmotto habe ich ein farblich passendes Butterfass genäht. Drei Jahre später erinnert er mich nun an dieses tolle und intensive Zusammenarbeit.

Apropos Quilt, im Juli hatte ich einen "kleinen" Rappel, denn ich wollte nicht nur mit Beeblöcken meine kostbare Nähzeit füllen. Also habe ich den BerninaTriangleQAL- Quilt wieder vorgeholt und ihn um ein gutes Stück weiter gequiltet. Der Plan für August: fertig werden.

Das war, kurz und knackig, mein Nährückblick.
ABER ich habe noch eine kleine Ankündigung für euch: Ich habe mich dazu entschlossen die verwaiste Rubrik "Auf einen Kaffee mit...." aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwecken und freue mich, dass ich bereits im September wieder "Besuch" haben werde. Ebenso gibt es einen Beitrag im Oktober und wenn alles gut läuft habe ich auch noch lesenswerte Beiträge von wunderbaren Gastbloggerinnen und Quilterinnen im November und Dezember. Die bisherigen Beiträge findet ihr hier *klick*

Bis dahin, habt sonnige Augusttage

Judith

Donnerstag, 23. April 2020

(Patchwork & Quilting) ein Hoch auf den zweiten Versuch

Hallo ihr Lieben,

es begab sich zu der Zeit, dass ich den Plan schmiedete für ein Geburtstagskind in der Familie zum 18. Geburtstag einen Quilt zu nähen... Diese Idee hatte ich vergangenen November.
Der Plan: Ein Scrappy Mini Charm Quilt mit Plus Signs.

Die vorgebenen Farben waren verschiedenes Grau, Schwarz und Rot... öhm joar Rot...das sucht sich hier vergebens und wenn ist es wenig männertauglich. Also habe ich meine Beemädels der Colorbee um Stoffspenden gebeten.
Sofort wurde mir umfangreich und vielfältig geholfen und ich fing an die Stoffe auf Quilters Grid in ein schönes Layout zu bringen, der Plan war dieses Muster in einen Hintergrundstoff einzusetzen, quasi als Effekt...

Nun ja, ich war fertig, alle Teile ausgelegt, angebügelt und zu einem Teil zusammengesteppt... ich begann das Stück in den Hintergrundstoff einzusetzen. Natürlich hatte ich daran gedacht den Hintergrundstoff auch im Scrappy Muster aufzunehmen, damit es sich gut einfügen würde....
Nun ja, schnell stand fest, dass das Ergebnis zum , entschuldigt bitte, KOTZEN aussah. Eher hingehunzt, denn mit Liebe geplant. Manchmal irrt man halt und die Vorstellung im Kopf sieht in der Relalität eben nicht mehr so berauschend wunderschön aus.





Also kurz ein paar Tage geflucht und im Selbstmitleid gebadet ABER der Plan eines Quilts, den wollte ich schon doch umsetzen. Wie gut, dass ich noch nicht alle mir gespendeten roten Stoffe verarbeitet bzw zerschnitten hatte. Die liebe Ulli @feinesstöffchen hatte mir Stücke bei voller Stoffbreite geschickt. Ach was bin ich dafür dankbar und wie glücklich, denn sie passten einfach zu perfekt ins neue Projekt.

Schnell noch ein paar gut gehütete Schätzchen mit Buchstaben, Zahlen in schwarz und weiß, nebst Solids in Weiß und Grau dazu und zack stand das Farbschema. Der Plan dieses Mal: ein Jellyroll Race/ Lasagnequilt. Erstmal zugeschnitten ist dies eine wunderbar dankbare übersichtliche Quiltarbeit.



Am Osterwochenende habe ich mir endlich einen Ruck gegeben und habe mit dem Nähen begonnen. Geht etwas vorher gründlich in die Hose, hat man ja schon ein bisschen Bammel erneut einen Griff ins Klo zu machen. Aber ich wurde für meine Geduld belohnt und es entstand ein wunderschönes Quilttop... es hätte viele neue Besitzer(innen) gefunden.
Schnell das Binding dran und nach drei Tagen Arbeit war der QUilt fertig und konnte MIT ABSTAND übergeben werden. 
Ich glaube der Beschenkte hat sich gefreut. Zumindest hoffe ich es sehr, denn die Mühe war es mir für ihn mehr als wert.



Das gepatchte Top aus dem ersten Versuch wird natürlich aufgehoben und findet wohl früher oder später seine Bestimmung als Babyquilt, gekugelt wird hier überall. 

Habt ihr das auch schonmal gehabt, dass eure Quiltpläne im Kopf nicht mit der Realität vereinbar waren? Wie löst ihr sowas? 

Alles Liebe

Judith

Sonntag, 26. Januar 2020

(Patchwork & Quilting) Nachtrag 2019- Pecking Order Quilt

(Werbung- durch Markennennung/Verlinkung! Das hier gezeigte Material/ Produkte wurden von mir käuflich erworben und wurden mir nicht bereit gestellt. Sollte mir Materialien oder Produkte zur Verfügung gestellt werden, ist der Post dementsprechend zusätzlich gekennzeichnet)


Hallo,
erinnert ihr euch noch an meinen Blogpost zum Thema "Was darf's denn kosten?" (der Blogpost erschien bei den MCQs) und den Quilt, den ich als Grundlage meiner Berechnungen verwendet habe?

Nicht? Auch nicht schlimm. Eigentlich begann ja alles noch viiiiel früher. Im Herbst 2017 habe ich, Beschäftigungsverbot sei Dank, unglaublich viele Stunden an der Nähmaschine verbracht. Ein paar Charm Packs der "Fragile"- Stoffserie von Brigitte Heitland für Moda fabrics und eine Videoanleitung für einen modernen Quilt namens "Pecking Order" der Missouri Star Quilt Company und die Idee für diesen Quilt war geboren.



Die Farbkombination aus Weiß/Grau und Senfgelb mag ich immernoch sehr. Das Quilttop war schnell zusammengenäht, nur das Quilting machte mir Bauchschmerzen, denn ich hatte so garkeine Ahnung, lediglich das es graphisch werden sollte, das war klar.
Im Januar oder Februar 2018- ich war kugelrund und Schwanger, besuchte ich Martina, die einen ihrer QAL- Quilts auf der Longarm hatte und mit Hilfe einer Schablone die Muster auf dem Quilttop vorgezeichnet hatte. Das Muster gefiel mir gut.




Also habe ich mir, als Martina die Schablone nicht mehr brauchte, diese ausgeliehen, dass war im Herbst 2018. Die Linien waren schnell mit einem wasserlöslichen Stift markiert und ich begann zu quilten. Aber leider verblich die Farbe des wasserlöslichen Stiftes schneller, als ich quilten konnte.

Es braucht denn besagten "Tritt in den Allerwertesten"- Druck ihn für die Ausstellung im Oberlandesgericht fertig zu stellen. Neuer Stift von anderem Hersteller und kurz vor knapp wurde er fertig. Bei 35 Grad im Schatten ... Quilten in einer Dachgeschoßwohnung...das kann auch nur mir einfallen.





So hing er auf der Ausstellung und anschließend wanderte er in meinen Schrank. Aber bisher ohne den entsprechenden Blogpost geschrieben zu haben oder Fotos vom Quilt gemacht zu haben, um ihn in meine Quiltgalerie "Meine Quilts" einzufügen.

Das habe ich an diesem Wochenende für euch und mich nachgeholt.

Materialkunde: 
Durch dieses Projekt habe ich insgesamt drei unterschiedliche wasserlösliche Stifte "getestet". Hier lag noch der Stift von Prym herum, noch nie benutzt. Diesen würde ich euch nicht empfehlen, da er viel zu schnell ausbleicht.
Die "no name" Stifte von Stoff&Stil sowie von Cotton&Color kann ich euch dafür wärmstens empfehlen. Letzteren nutzt auch Iva, SchnigSchnagquiltsandmore. Mit beiden Stiften ist es möglich an einem Tag aufzumalen und in den kommenden Wochen zu quilten, ohne das der Farbverlust derartig gravierend ist, dass die Linie kaum mehr zu erkennen sind.

Mal schauen, welchen Quilt ich euch als nächstes fix und fertig zeigen kann.


 Bis dahin, alles Liebe

Judith

Montag, 18. März 2019

Probenähen "Whirlygirl" und ein Blog Hop (enthält Werbung)

Hallo zusammen,

wie viele von euch via  Instagram mitbekommen habe, hab ich im Februar für Allison von Campbell Soup Diary ihr neuestes Pattern Whirlygirl probenähen dürfen und heute ist dieser Beitrag mein Beitrag bei Allisons kleinem Blog Hop.



Das Whirlygirl- Pattern welches aus viiielen traditionellen Blöcken besteht. Broken Dishes, Flying geese und HSTs vereinen sich zu einem verspielten Quiltlayout.




Probenähen im Allgemeinen

Ich nähe gerne für andere kreative Köpfe zur Probe. Dieses Mal war also nicht mein erste Mal. Es ist immer wieder spannend.
Der gesamte Whirly Girl- Quilt wirkt durch die Wiederholung der Blöcke, also standen die Maßangaben und Schnittteile im Vordergrund. Und da wir vorher nicht wussten, welches Layout uns erwarten würde, war es eine richtige Überraschungstüte. Als ich den Quilt dann das erste Mal gesehen habe, habe ich mich total gefreut, dass ich mich gemeldet hatte und Allison noch Platz hatte auf der Probenäherliste.



Die Stoffauswahl fürs Probenähen ist dann immer die nächste Herausforderung. Welche Stoffe passen zusammen und wie wirken sie später im Block bzw. im großen Ganzen und natürlich die Hoffnung, dass die Stoffe reichen. Denn es ist ja ein Probenähen, da werden letzte Zahlendreher korrigiert und angepasst, damit hinterher beim Kauf eines Patterns die Nutzer nicht eine böse Überraschung erleben und der "Erfinder" ebenfalls zufrieden und mit gutem Gewissen sein Muster verkaufen kann.








Damit man ein besseres Bild für die eigene Farbgebung bekommen kann, gibt es bei Allison  eine sogenannte Coloring Page. Dadurch bekommt man ein gutes Gefühl dafür, ob die eigene Stoffwahl für einen selber stimmig ist. Ich mag dieses Malen mit passenden Farben total gerne bevor ich den Stoff anschneide.
Neben der Coloring Page ist Allisons Anleitung überhaupt ausgesprochen gut gegliedert. Jede verwendete Näh- und Schneidetechnik, sowie jedes einzelne Segment der Blöcke wird genau aufgegriffen und erklärt. Hier kann absolut nichts schief gehen. Mit dieser Anleitung kann auch ein waschechter Quiltanfänger hinterher mit einem tollen und gelungenen Top da stehen.

Den Kauf dieses Patterns kann man insbesondere auf Grund seine Strukturierung und guten Übersichten nicht bereuen, wie ich finde.




Tja und dann beginnt das große Zuschneiden, Nähen, Trimmen, und so weiter...bis dann endlich das Quilttop fertig ist und man sich freut, dass alles so gut zusammen gekommen ist.

Wie anfangs bereits erwähnt, ist Allisons Quiltlayout eher verspielt. Nicht graphisch, clean und somit total modern, sondern verspielt, die Auswahl für candyfarbene Stoffe passt in meinen Augen sehr gut dazu.
Überhaupt habe ich durch diese Stoffkombination festgestellt, wie sehr mir korall-, mittelblau und graufarbene Stoffe in Kombination gefallen. 




Und auch beim Quilting habe ich schon so meine Ideen, wie ich das Ganze angehen könnte. In jedem Fall werde ich verspielt mit free motion den einzelnen Blöcken zuleibe rücken und kein Alloverquilting wählen.


Ich hoffe vielen von euch gefällt das Whirly Girl- Quiltpattern genauso gut wie mir. In diesem Fall schaut doch mal in Allison's Payhip- Shop vorbei. Dort gibt es während des Bloghops mit dem Code: WHIRLY-  20%.



Viel Spaß beim Nähen, Stoffe heraus suchen und am Quilt erfreuen. 

Alles Liebe

Judith


Montag, 12. November 2018

(Quilting) mein "Clarity"Quilt und eine zweite Chance

(Werbung- durch Markennennung/Verlinkung! Das hier gezeigte Material/ Produkte wurden von mir käuflich erworben und wurden mir nicht bereit gestellt. Sollte mir Materialien oder Produkte zur Verfügung gestellt werden, ist der Post dementsprechend zusätzlich gekennzeichnet)

Zur Zeit schreibe ich Blogposts eher in Gedanken, denn wenn ich endlich den Weg an den PC finden kann, bin ich eigentlich viel zu platt. Aber heute, heute habe ich es geschafft. Manchmal gehen Babyjungen eben auch mal früh ins Bett. 

Manchmal braucht etwas eine zweite Chance. Aber zweite Chancen haben es auch in sich. Sie können eine dritte Chance nötig werden lassen, oder man muss enttäuscht und schweren Herzens feststellen, dass doch leider alles umsonst war. In jedem Fall hat man eine Menge gelernt, über sich, die Situationen, die Begebenheiten.



Aber eine zweite Chance bringt auch immer eine Geschichte mit sich. Über die erste (verpatzte) Chance. Den ersten Weg/Versuch etwas anzugehen. Und wenn man sich wieder mit der ganzen Sache beschäftigt, dann steht diese Geschichte unweigerlich im Raum.



Die Geschichte zu meinem "Clarity"- Quilt geht folgendermaßen:
Es ist der Sommer 2016, unser erstes Sternenkind hatte uns gerade erst vor ein paar Wochen verlassen, da besuchte ich mit dem mutigen Blick nach vorne meinen allerersten Workshop mit Brigitte Heitland in Troisdorf. Ich erinnere mich genau, dass es perfektes Nähwetter war. Schwül und regnerisch. Ich hatte mir für meinen Clarityquilt bunte farbenfrohe Stoffe ausgesucht. Ebenfalls von Brigitte, es war ihre damalige Kollektion "flow". Die Stoffe sprühten nur so vor Lebenslust, guter Laune und Lebendigkeit. Perfekt um nach vorne zu schauen.
Den Hintergrund wählte ich in einem dunkleren Grauton. So konnten die Farben noch mehr leuchten.



Wie es der Zufall so wollte, ereilte mich an diesem Wochenende eine traurige Nachricht aus dem Freundeskreis und ich konnte den Schmerz so gut nachvollziehen. Irgendwie war mir nach dem Wochenende einerseits nach schnellem Finish, andererseits wollte ich den Quilt schon damals bloß schnell aus den Augen bekommen.

Einfach viel zu schade, aber wenn das Leben aus den Fugen gerät, dann setzt man plötzlich ganz andere Prioritäten. Aber zurück zum Quilt. Ich hatte mich dann doch für Fertigwerden entschieden und nutzte die Möglichkeit den Quilt auf einer Longarm zu heften und einige noch nicht applizierte Kreise mit Swirls auf dem Hintergrund in Szene zu setzen.
Leider war das gesamte Unterfangen mit von Erfolg geprägt. Dauernd riss der Faden, und als ich den Quilt von der Longarm und mit nach Hause nahm, wo ich ihn erstmal auslegte, fiel mir auf, dass sich durch die Heftnähte die Lagen nicht glatt legten, sondern Luftblasen gebildet hatten. Es blieb mir nur eine Möglichkeit: auftrennen! Plattquilten ging nicht, es hätten sich nur Falten gebildet wie am Hals meiner Omi.




Aber darauf hatte ich garkeine Lust. Also landete der schöne Quilt angefangen und unaufgetrennt in einer meiner unzähligen Schubladen im Nähzimmer. Dort sollte er beinahe zwei Jahre bleiben.
Erst mit dem Auftruf der "Bye bye Ufo"- Challenge habe ich wieder in der Schublade "vorbei" geschaut.
Im Frühjahr 2018 bei einem Modern Cologne Quiltertreffen, gab es viele fleißige helfende Hände, der Quilt war fix wieder aufgetrennt und mein Mann half mir den Quilt neu zu heften. Er war brav und rutschte über den Fußboden, während ich mit meiner Bauchmurmel vom Stuhl die Sicherheitsnadeln anreichte.
Danach habe ich zwei Wochen meines MUtterschutzes täglich Stück für Stück dem Quilt sein finales Quilting verpasst und bin im nachhinein so froh, dass es alles so ein langer Weg war.




Die zweite Chance hat sich gelohnt und ich bin super glücklich mit dem Ergebnis. Da kam sogar beim Binding noch eine Eingebung. Alle Unistoffe die ich verarbeitet habe, habe ich auf die Farben der gemusterten Kreise angepasst.

Alles Liebe

Judith

Donnerstag, 18. Oktober 2018

(Werbung) in eigener Sache- verbloggt bei den MCQs

Ihr Lieben,

auch wenn es hier in letzter Zeit stiller ist, so kann ich euch nur ans Herz legen regelmäßig drüben bei den Modern Cologne Quiltern vorbei zu lesen, denn auch dort gibt es immer wieder was von mir zu lesen... oder tolle Beiträge der anderen MCQs. Langweilig wird es dort sicher nie, denn Abwechslung, Reisefreude und eine gehörige Portion Liebe für unser Hobby machen uns aus.



Heute mag ich euch daher mal nach "drüben" verweisen, denn ich habe einen Beitrag verfasst, welcher sich um die Frage dreht "was kostet ein Quilt?"- warum ich darüber geschrieben habe und warum ich keine Quilts verkaufe lest ihr dann dort... schaut doch mal vorbei. Wir/ ich würden uns freuen.

Alles Liebe

Judith

Samstag, 6. Oktober 2018

(Quilting) Jeder QUILT braucht ein Ambiente- Snowballquilt

Bei der Überschrift denken sicher einige- jetzt hat sie der Blitz getroffen. Sie dreht völlig ab. Aber manchmal muss man tun, was getan werden muss. Man muss in ein super vollgestopftes Auto auch noch einen Quilt packen, damit er endlich und unbedingt dort fotografiert werden kann, wo es sein soll.



Mein Snowballquilt- der Name des Patchworkmusters hat hier nicht Programm- musst unbedingt mit seiner Fotosession warten bis ich endlich ans Meer fahren.
Passenderweise an die niederländische Küste, denn die Stoffe, als sie vor über einem Jahr auf dem Markt kamen, ließen mich sofort und ohne Umschweife an den Urlaub und das Leben (was ich sechs Monate dort führen durfte) denken lassen. Stoffe mit ganz besonderem Charakter.
Eine Ausnahme bildet der Dalapferd, was eher nach Schweden passt, aber es war eben mit im Bundle also wanderte es mit in den sehr persönlichen Quilt.


Aber niederländisch sind für mich die blauen Rosen auf weißem Grund- hallo Delfter Blau. Dann Fahrräder, muss ich mehr sagen? Kleine Streublümchen, wie sie überall wachsen. Heißluftballons- das Gefühl von Freiheit, das rot-blaue blumiganmutende Muster erinnert mich an die kunstvollen Formen, die das Meer im Sand hinterlässt wenn die Flut wieder geht. Und zuguterletzt- Tuuuulpen!






Schnell stand für mich fest, dass ich die Stoffe nicht zu klein zerschneiden wollte um die Muster groß und optisch gut wirken zu lassen. Da kam mir beim Blättern meiner unzähligen Zeitschriften, die Idee eines Snowballquilts wie gelegen.

Das Quilting hat mich ein wenig länger beschäftigt. Freemotion- und wenn ja was? Oder Walkingfoot- aber auch hier nur einfache Straight Lines? Mmmhhhh. Die endgültige Entscheidung hat mir das Instagram abgenommen, wo ich mehrfach dieses Wellenmuster entdeckte. Dazu nehme man den genähten Zickzackstich der Nähmaschine, stelle ihn schön breit... et voila... manchmal kann es sooo einfach sein.

Ach ja die Rückseite: Das ist hier ein 1,5 m breiter Denim von Art Gallery, irgendwie gefiel er mir als Ergänzung zur Vorderseite...





Alles Liebe

Judith 

Samstag, 12. Mai 2018

(Quilting) Turning leaves- Quilt und die weiche Kuschelseite

(Werbung- durch Markennennung/Verlinkung! Das hier gezeigte Material/ Produkte wurden von mir käuflich erworben und wurden mir nicht bereit gestellt. Sollte mir Materialien oder Produkte zur Verfügung gestellt werden, ist der Post dementsprechend zusätzlich gekennzeichnet)

Im vergangenen Sommer hatte ich sehr das Bedürfnis nach klaren, naturverbundenen Farben und Mustern. Alles in Senf, Rost und Steingrau zog mich quasi an. Die Stoffkäufe aus dieser Zeit belegen dies und der gewachsene Stapel an senf- und dottergelben Stoffen ebenfalls. Wie passend, dass bei Art Gallery fabrics eine neue Kollektion von April Rhodes, namens "Arizona after"- einer Folgekollektion ihrer wunderbaren Kollektion "Arizona" aus dem Jahr 2014 erschien. Leider gab es keinen Laden in Deutschland, der die Kollektion geordert hatte. Also musste eine USA- Bestellung getätigt werden um diese schönen indianischen, erdigen Farben und Muster zu mir nach Hause zu bekommen. Erstmal lagen sie eine kurze Weile da, musste angeschaut werden, gestreichelt... na ihr kennt das Spiel ja?????



Und dann kam der wunderschöne goldene September mit all seiner Herbstfarben, Sonnenstrahlen und der letzten Kraft vor dem trüben Winter. Schon länger stand das Freepattern "Turning leaves" von Cloud9farbics auf meiner "To- Sew"- Liste. Und so kam einfach zusammen, was in meinen Augen zusammen gehörte.

Als Hintergrundstoff entschied ich mich für einen Uni aus der Pure Elements- Serie von Art Gallery fabrics namens Sandstone, das ist eher ein warmes Beige, denn Weiß, was ich sonst bevorzuge. Aber hier passte es einfach besser, als ein harter Kontrast.



Kleiner Tipp am Rande:
Solltet ihr mal auf der Suche nach einem passenden Hintergrundstoff zu eurem Projekt aus einer Art Gallery Kollektion sein, so kann ich euch nur wärmstens empfehlen auf der Seite bei AGF, wo die Kollketion mit all ihren Prints vorgestellt wird, vorbei zu schauen, denn neben den Stoffen der Kollektion werden gleichzeitig passende Basicstoffe vorgestellt. Da hat man dann eine ungefähre Ahnung was passen könnte und einem möglichweise auch direkt zusagt. Finde ich super praktisch, wenn einem die Wahl des passenden Unis sonst viel Bedenk- und Suchzeit kostet.

Da mir das Quilttop aus der Anleitung insgesamt zu klein war und ich viele übrig gebliebene HSts von den einzelnen Blättern hatte, sowie eine Menge Stoffreste, habe ich das Haupttop oben und unten entsprechend ein wenig verlängert, mit schnellen Dreiecken und einfachen kleinen Charm Squares.



Das Quilting für die "turning leaves" stand auch schon während des Zusammensetzens des Tops fest. Es sollten einfache Straight Lines mit dem Walking Foot werden, denn ich wollte sooo gerne mal einen Kuschelquilt für unser Sofa machen. Bisher sind immer nur Freunde und deren Babys in den Genuss einer Minky-/Kuschelvliesrückseite bei einem Quilt gekommen.
Durch die im Abstand von 1" zueinander gesetzen Quiltnähte bleibt das Top dann insgesamt geschmeidig und das Quilting wird außerdem nicht unruhig oder nimmt der Patchworkarbeit den Blick.
Die Rückseite also- ein Kuschelvlies- ich habe mich hier für ein etwas "langhaariges" Modell entschieden, in der Farbe passend zum Hintergrundstoff der Vorderseite. Wie immer, wenn ich eine Kuschelrückseite verwende, lege ich ein ganz dünnes Polyestervlies als Batting dazwischen, damit das Top beim Quilten nicht so in das Rückseitenplüsch "fällt". Entweder bietet sich hier HH650 (ein doppelseitig bügelbares dünnes Vlies, das 1,50m breit liegt) oder ein gleichwertiges Vlies, welches nicht aufbügelbar durch Heften an Ort und Stelle gehalten wird. In jedem Fall sollte das Vlies nicht so aufbauschend sein. Von der Haptik her würde ich sagen, sind beide Vliesvarianten deutlich dünner als H630.

Für alle, die jetzt Lust bekommen haben, mal einen Quilt mit einer Kuschelrückseite zu arbeiten, sei aber vorab gesagt, dass spätestens beim Nachschneiden die Fussel nur so fliegen. Ich hatte kurzzeitig das Gefühl die feinen Häärchen meiner Quiltrückseite überall zu haben, im Mund, Rachen, Lunge UND in der gesamten Wohnung. Ein umgehender Einsatz des Staubsaugers ist unumgänglich.

Da der Rand nach dem Zurückschneiden des Quilts weiter fusselte, überlegte ich erst ihn mit der Overlock zu versäubern. Habe mich dann aber dagegen entschieden und ganz entgegen meiner üblichen Liebe fürs Annähen des Bindings mit der Hand fürs Maschinenbinding an beiden Seiten entschieden. Das ging fix und im Plüsch auf der Rückseite geht eine nicht ganz genaue Naht beim Binding auch schön unter. 

Und wie finden wir nun den Quilt mit seiner Kuschelrückseite im Gesamten? ich mag, dass er sehr leicht ist und fluffig zusammenfällt. Dadurch, dass bis auf die Vorderseite und daas Garn hier keinerleich Baumwolle zum Einsatz gekommen ist, ist er bei seinen ersten Umdrehungen in der Waschmaschine auch nicht so schön "gekrinkelt" wie es die Baumwollbattings erzeugen. Fehlt mir irgendwie doch. Und der Lieblingsmann mag die Schwere und den Griff in einen Quilt mit Baumwollbatting deutlich lieber. Mal sehen, vielleicht gibt es beim nächsten Quilt eine Kuschelrückseite aus Baumwolle, vielleicht mal ein Nicky probieren....

Alles Liebe

Judith