Dienstag, 16. Februar 2016

Ich quilte mir die Welt wie sie mir gefällt... der Walkingfoot (3)

Ihr Lieben,

nachdem ich euch einige Quiltmuster vorgestellt habe, sowie ein paar Quiltige Tools, geht's heute endlich an die Maschine.
Bevor ich mit dem Quilten beginne, ganz egal ob mit Walkingfoot oder Freemotion, stelle ich ein paar Dinge um.

1. Ich tausche meine 70/10 Nadel oder 80/12 Nadel (erstere verwende ich in Verbindung mit "the Bottom line"- 60 wt superdünnem Polyestergarn von Superior Thread, zweitere für 50wt- Garn von Aurifil, diese Stärken verwenden ich zum Zusammennähen) gegen eine 90/14 Nadel aus.
Die 90/14 Nadel ist fester, kann besser dickeres Garn transportieren und durch die mehreren Lagen kommt sie ebenfalls besser. Ich verwende bevorzugt die Nadeln von Superior, da diese zusätzlich an der Spitze titanbeschichtet sind. Es tun aber genauso gut Nadeln von Prym, Schmetz etc. eben womit ihr am besten klar kommt.

2. Ich tausche das Garn aus. Während ich in der Regel mit 60wt/50wt- (Baumwoll)garn zusammennähe, verwende ich zum Quilten 40wt- (Baumwoll)garn.
Bei Aurifil ist es einfach die verschiedenen Stärken des Garns zu unterscheiden. Die jeweiligen Spulen sind farblich unterschiedlich. orange= 50wt, grün= 40wt, um nur die beiden hier gezeigten zu erwähnen.
Bei Superior Thread und anderen Herstellern steht die Garndicke auf der Unterseite der Spulen. 


3. Ich bringe den Kniehebel (C) an. Der Kniehebel ersetzt das Heben und Senken des Nähfußes mit der Hand. Wie der Name schon sagt, kann mit leichtem Druck des Knie gegen den Kniehebel nach rechts der Fuß gehoben werden. Nimmt man das Knie wieder zurück senkt sich der Fuß ab und es kann weiter gearbeitet werden. So bleiben die Hände frei um den Stoff bzw. das zu quiltende Projekt zurecht zu rücken und zu führen. 



Und folgende Änderung kommt hinzu, wenn ich mit dem Walkingfoot (Obertransportfuß) arbeiten möchte, der heute das Thema ist:

3. Den Obertransportfuß (A) anbringen ( Bernina  #50/ Brother No. XC2165002/ bei Pfaff ist mit dem IDT dies schon integriert)
4. Ich stelle an meiner Maschine die Stichlänge von 2,5 auf 3,5. Ich mag einfach, wenn die Stichlänge ein wenig größer ist. Probiert das aber am besten einfach aus und entscheidet, welches Stichbild euch besser gefällt.


5. Je nach Dicke des verwendeten Vlieses ändere ich die Oberfadenspannung von 2 auf 3.

Bevor ich auf meinem eigentlichen Projekt mit dem Quilten beginne, probiere ich die eingestellten Änderungen erst auf einem Probestück aus. Dieses sollte, wenn möglich, die gleichen Eigenschaften aufweisen (d.h. gleiche Baumwollqualität und Vlies), wie euer späteres Quiltprojekt.
Dort kann ich überprüfen, ob das Stichbild auf Vorder- UND Rückseite sauber aussieht und die Farbe des Garns schlußendlich auf im vernähten Zustand meiner Vorstellung entspricht. Sonst hier und an dieser Stelle ändern und einen weiteren Probeversuch starten.

Um beim Quilten eine optimale und saubere Arbeit zu erhalten, ist es notwendig den Unterfaden vor dem Nähen durch alle Stofflagen nach oben zu holen.So geht's:

Zuerst Oberfaden und Unterfaden wie gewohnt einlegen und den Unterfaden nach oben holen. Jetzt lege ich mein Quiltprojekt unter den Nähfuß. Nähfüßchen herunterlassen. Oberfaden festhalten, Nadel versenken. Nadel wieder heraufholen und Nähfüßchen heben. Vorsichtig am Oberfaden ziehen. Jetzt wird die Schlaufe mit dem Unterfaden sichtbar. Den Faden herausziehen. Ober- und Unterfaden nach hinten unter den Nähfuß legen. 

Speziell beim Arbeiten mit dem Walkingfoot und vielen geraden Linien die gequiltete werden wollen, greife ich aufs Einzeichnen der Linien mit einem meiner Hilfstools aus dem letzten Post zurück. Außerdem ist es hilfreich ein Abstandlineal (B) zu verwenden (Brother No. XC2215052). Damit kann genau exakt zu vorherigen Kante in gewünschtem Abstand eine neue Linie gequiltet werden.



Jetzt ist doch eine ganze Menge an notwendigen Schritten zusammengekommen. Ich hoffe ihr seid nicht entmutigt und habt Lust bekommen ein wenig herum zu probieren. Habt ihr noch Fragen? Dann lasst es mich wissen. Nächste Woche schauen wir uns dann das Freihandquilten/ Freemotion genauer an.

Alles Liebe

euer Julchen

zu:
Teil 1- Muster erstellen
Teil 2- Muster übertragen
Teil 4- free motion quilting 



Kommentare:

  1. Liebe Judith,
    meine Güte, was hast Du hier Informationen zusammen getragen! Einfach Super! Danke dafür!
    Liebe Grüße
    Dorthe

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. LiebeDorthe,

      danke es freut mich das die Informationen hilfreich und nützlich sind. So soll es sein.

      LG Judith

      Löschen
  2. Und noch ein schönes Herz ist entstanden! Die parallelen Linien sehe toll aus. Gefällt mir gut. Inzwischen greife ich auch immer öfter zum Walking Foot. Das geht richtig gut. Viele Grüße, Martina

    AntwortenLöschen
  3. HI Judith,

    das mit dem Oberfaden hochholen hab ich letztens das erste Mal in meinem Free Motion Quiltbuch gelesen und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Endlich kein geknüddel mehr an der Unterseite! Ich hab es dann direkt ausprobiert und es war der AHA-Effekt. Der Tipp ist wirklich gold wert.

    Mir ist jetzt allerdings der genaue Unterschied nicht klar. Mit dem Walking Foot gehts nur geradeaus? Wie ist denn der Nähfußdruck auf den Stoff, leichter? Ich hatte nämlich gerade das Problem, dass der Fuß den Stoff arg in sich verschoben hat. Oder ist das jetzt ein normaler Nähfuß?

    LG Mareike

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Mareike,

      beim Walkingfoot handelt es sich um einen Obvertransportfuß. So wie er bei deiner Pfaff integriert ist, muss er bei anderen Herstellern extrra umgebaut angebracht werden. Er hat die Funktion den Stoff ihnen genauso gleichmäßig zu transportieren, dass beim Vernähen vieler Stofflagen oder unterschiedlichen Dicken einem verschieben vorgebeugt wird. Eigentlich sollte damit alles noch weniger verrutschen.

      Hoffe ich konnte dir weiterhelfen.

      LG Judith

      Löschen

Ich freue mich über ein paar Worte von dir