Montag, 12. November 2018

(Quilting) mein "Clarity"Quilt und eine zweite Chance

(Werbung- durch Markennennung/Verlinkung! Das hier gezeigte Material/ Produkte wurden von mir käuflich erworben und wurden mir nicht bereit gestellt. Sollte mir Materialien oder Produkte zur Verfügung gestellt werden, ist der Post dementsprechend zusätzlich gekennzeichnet)

Zur Zeit schreibe ich Blogposts eher in Gedanken, denn wenn ich endlich den Weg an den PC finden kann, bin ich eigentlich viel zu platt. Aber heute, heute habe ich es geschafft. Manchmal gehen Babyjungen eben auch mal früh ins Bett. 

Manchmal braucht etwas eine zweite Chance. Aber zweite Chancen haben es auch in sich. Sie können eine dritte Chance nötig werden lassen, oder man muss enttäuscht und schweren Herzens feststellen, dass doch leider alles umsonst war. In jedem Fall hat man eine Menge gelernt, über sich, die Situationen, die Begebenheiten.



Aber eine zweite Chance bringt auch immer eine Geschichte mit sich. Über die erste (verpatzte) Chance. Den ersten Weg/Versuch etwas anzugehen. Und wenn man sich wieder mit der ganzen Sache beschäftigt, dann steht diese Geschichte unweigerlich im Raum.



Die Geschichte zu meinem "Clarity"- Quilt geht folgendermaßen:
Es ist der Sommer 2016, unser erstes Sternenkind hatte uns gerade erst vor ein paar Wochen verlassen, da besuchte ich mit dem mutigen Blick nach vorne meinen allerersten Workshop mit Brigitte Heitland in Troisdorf. Ich erinnere mich genau, dass es perfektes Nähwetter war. Schwül und regnerisch. Ich hatte mir für meinen Clarityquilt bunte farbenfrohe Stoffe ausgesucht. Ebenfalls von Brigitte, es war ihre damalige Kollektion "flow". Die Stoffe sprühten nur so vor Lebenslust, guter Laune und Lebendigkeit. Perfekt um nach vorne zu schauen.
Den Hintergrund wählte ich in einem dunkleren Grauton. So konnten die Farben noch mehr leuchten.



Wie es der Zufall so wollte, ereilte mich an diesem Wochenende eine traurige Nachricht aus dem Freundeskreis und ich konnte den Schmerz so gut nachvollziehen. Irgendwie war mir nach dem Wochenende einerseits nach schnellem Finish, andererseits wollte ich den Quilt schon damals bloß schnell aus den Augen bekommen.

Einfach viel zu schade, aber wenn das Leben aus den Fugen gerät, dann setzt man plötzlich ganz andere Prioritäten. Aber zurück zum Quilt. Ich hatte mich dann doch für Fertigwerden entschieden und nutzte die Möglichkeit den Quilt auf einer Longarm zu heften und einige noch nicht applizierte Kreise mit Swirls auf dem Hintergrund in Szene zu setzen.
Leider war das gesamte Unterfangen mit von Erfolg geprägt. Dauernd riss der Faden, und als ich den Quilt von der Longarm und mit nach Hause nahm, wo ich ihn erstmal auslegte, fiel mir auf, dass sich durch die Heftnähte die Lagen nicht glatt legten, sondern Luftblasen gebildet hatten. Es blieb mir nur eine Möglichkeit: auftrennen! Plattquilten ging nicht, es hätten sich nur Falten gebildet wie am Hals meiner Omi.




Aber darauf hatte ich garkeine Lust. Also landete der schöne Quilt angefangen und unaufgetrennt in einer meiner unzähligen Schubladen im Nähzimmer. Dort sollte er beinahe zwei Jahre bleiben.
Erst mit dem Auftruf der "Bye bye Ufo"- Challenge habe ich wieder in der Schublade "vorbei" geschaut.
Im Frühjahr 2018 bei einem Modern Cologne Quiltertreffen, gab es viele fleißige helfende Hände, der Quilt war fix wieder aufgetrennt und mein Mann half mir den Quilt neu zu heften. Er war brav und rutschte über den Fußboden, während ich mit meiner Bauchmurmel vom Stuhl die Sicherheitsnadeln anreichte.
Danach habe ich zwei Wochen meines MUtterschutzes täglich Stück für Stück dem Quilt sein finales Quilting verpasst und bin im nachhinein so froh, dass es alles so ein langer Weg war.




Die zweite Chance hat sich gelohnt und ich bin super glücklich mit dem Ergebnis. Da kam sogar beim Binding noch eine Eingebung. Alle Unistoffe die ich verarbeitet habe, habe ich auf die Farben der gemusterten Kreise angepasst.

Alles Liebe

Judith

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