Donnerstag, 28. Januar 2021

(Leben allgemein) Zuckerfrei- die Sache mit dem Brot

Seit meinem zuckerfrei Frühstücks- Blogpost hat mich von vielen Seiten folgende Frage erreicht: 

 

Und warum gibt es bei euch kein Brot/Brötchen zum Frühstück?

Brot, ja Brot essen "wir Deutschen" ja generell immer gerne. Morgens zum Frühstück, dann ein belegtes Brot in der Kita/der Arbeit oder ein belegtes Brötchen, falls die Möglichkein besteht. Mittags gibt es Beilagen in Form von Getreide (Nudeln) oder andere Kohlenhydrate (Reis/Kartoffeln), nachmittags ein Stück Kuchen (wieder was Gebackenes, am Besten mit hellstem Weizenmehl) und Abends??? ach ja das obligatorisches Abendbrot. Ganz schön viel Brot/Brötchen oder einfache Kohlenhydrate, die weder lange vorhalten, dem Körper nur wenig Ballaststoffe geben und seien wir ehrlich sich wunderbar auf unserem Rettungsring in der Körpermitte ansiedeln. 
 
Oft fühlt man sich, achtet man mal gut auf die Körpersignale nach dem Verzehr von vielen oder vorwiegend kohlenhydratlastigen Mahlzeiten müde, schlapp und nicht energiegeladen. Sprich so wie es auch ein zu hoher Zuckerkonsum mit sich bringt.
Dann kommt oft der Gedanke:"jetzt könnt ich gut einen Kaffee vertragen!"... sprich es kommt spätestens Mittags so ein gewisses Mittagstief. 

Seitdem wir diesem einseitigen Frühstück den "Rücken gekehrt haben" läuft es bei uns hier bedeutend besser. Die Müdigkeit ist weniger, wir sind alle weniger gereizt und der Blick fürs Sättigende ist anders geworden. Nicht unbedingt low carb, aber für den Körper abwechslungsreicher und vielfältiger in den Nährstoffen aufgestellt, bringt es dem Körper die nötige Energie, statt sie ihm zur Tagesmitte zu entziehen. 
Wer sich schon einmal mit der Ernährungspyramide intensiver befasst hat, oder, wie ich schon öfter mehrtägige Fort- und Weiterbildungen unter dem Aspekt "Ernährung" besucht hat und sich dementsprechend interessiert mit der Materie auseinandergesetzt hat, weiß: 

Unser Augenmerk sollte in erster Linie auf der Beachtung von ausreichend Flüssigkeit liegen. Sprich 6 Portionen sollten es sein, an Wasser, (ungesüßtem) Tee und Kaffee. 
Gefolgt von 3 (!!!) Portionen Getreideprodukten als BEILAGE. Ebenso sollten auch 3 (!!!) Portionen Gemüse täglich auf unserem Speiseplan stehen, sowie zwei Portionen Obst. 
Als Portion wird die ungefähre Menge mit der Faustmethode ermittelt bzw soll so einfacher herzuleiten sein. Sprich, die Hand zur Faust formen, dann weiß man wieviel eine Portion etwa bei einem selber sein sollte. 
Nun kommt der noch viel spannendere Teil. Wir sollten außerdem auch 3 (!!!) Portionen Eiweiß/Protein zu uns nehmen. Da gäbe es Milch und Milchprodukte, vorzugsweise ungesüßt... alternativ eine Portion Fisch, Fleisch oder Ei pro Tag. 

So und nun frage ich euch? Schaffen wir/ihr das mit einer vorwiegend kohlenhydrathaltigen Ernährung? Wohl eher nicht. Dies ist also ein zusätzlicher Pluspunkt den Blick auf eine neue Ausrichtung des Frühstücks zu haben. Alle meine vorgestellten Varianten enthalten gesunde Kohlenhydrate, aber auch mindestens eine Portion Eiweiß, sowie Obst oder Gemüse. Durch den Einsatz von Nüssen/Kernen kommen außerdem gesunde Fette hinzu.
Natürlich soll das keineswegs ein Gefühl von "Maßregeln" oder erhobenem Zeigefinger wecken- aber manchmal hilft so ein Denkanstoß, um sich bewusster mit sich, seinen Gewohnheiten und Lastern (die wir alle haben) zu werden. Sich gesünder zu ernähren bedeutet auch gesünder zu leben. Viele unserer "Modekrankheiten" lassen sich mit der richtigen oder einer angepassteren Ernährung zumindest in gewissen Punkten in den Griff bekommen und ihnen ein Schritt entschieden entgegen wirken. Und was gibt es Schöneres, als sich gesund und munter zu fühlen. 
Ich denke, ich spreche da im Bezug auf meine Hashimoto- Erkrankung in Verbindung mit dem Zuckerverzicht aus Erfahrung. 

Nachdem ich nun aber so eindringlich appelliert habe und auch eine entsprechenden Miniexkurs in puncto Ernöhrungspyramide gegeben habe, möchte ich euch gerne noch unsere Brotvarianten vorstellen- die ich/wir selber backen. Denn Brot gibt es bei uns natürlich auch. Zum Abendbrot und der Märzjunge nimmt es als zweites Frühstück nebst Rohkost/ wahlweise auch Obst mit in die Kita. 

Seit dem ersten Lockdown im März 2020 backe ich unser Brot selber. Das habe ich auch davor schon manchmal gemacht, aber der Lockdown ermöglichte es einfach mal was Neues auszuprobieren. Nämlich Sauerteig- Lievito Madre um genau zu sein. Dies ist ein italienischer Sauerteig auf Weizenmehlbasis. Ich verwende stattdessen Dinkelmehl 1050 und es klappt sehr gut- mit dieser Anleitung von Lou  .
Ich dachte ja zuerst, dass dies eine sehr aufwendige Brotherstellung, aber siehe da, mit minimalem Aufwand über mehrere Tage (ca. 5 Minuten pro Tag) und einem Backtag, erhält man sooo schmackhaftes Brot. Und nicht nur das- es ist auch viel länger frisch und trocknet weit weniger aus als Brot auf reiner Hefebasis. 



 
Unser erster gelungener Versuch nach Ansetzen eines Lievito Madre war das Bagelrezept von Lou. Sie waren himmlisch lecker und der Märzjunge hätte auch locker alle Bagels (acht an der Zahl) alleine verputzt. 
 
Ich verwende inzwischen in allen unseren Lieblingsbroten statt Hefe/ oder zzgl. den ital. Sauerteig und lasse das fertige Brotgemisch im Gärkörbchen über Nacht im Kühlschrank gehen. Die Rezeptliste für selbstgebackene Brot ist nicht riesig, bringt aber ausreichend Abwechslung in unsere Essgewöhnheiten:
Folgende Brote backe ich regelmäßig: 

das "3- Minutenvielfaltbrot" von Carrots for Claire aus "Gesund kochen ist Liebe",  
"Paul- das sportliche Vollkornbrot aus dem Topf" von Zucker im Salz (hier tausche ich den Zuckerrübensirup gegen Ahornsirup) und das Vierte im Bunde ist 
 
Alle Brote lassen sich wunderbar im Gusseisernen Topf backen. Nach dem Abkühlen teile ich das Brot und friere eine Hälfte ein. 


Manchmal probiere ich auch Rezepte aus Zeitschriften aus. Wie etwa hier oben zu sehen aus einer älteren Landlust das Leinsamenbrot.

Natürlich kommt es trotzdem immer wieder vor, besonders seit der Dezemberjunge auf der Welt ist, dass auch die Brotbackerei schneller vonstatten gehen muss. Ich greife dann auf Brotbackmischungen zurück. Jedoch nicht ohne vorher die Zutatenliste genau studiert zu haben. So bin ich ein großer Fan der Backmischungen vom Bauckhof. Die Mischungen sind ohne komische Zusatzstoffe und enthalten neben Hefe alle ebenfalls Sauerteig. 
 

 
 
Ich hoffe euch bringt die Erklärung zum Brot weiter. 
 
Alles Liebe 
Judith

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